12/11/2024
Der Begriff des gesellschaftlichen Zusammenhalts hat im letzten Jahrzehnt eine erstaunliche Karriere in der politischen Rhetorik der Bundesrepublik erlebt. In medialen Debatten über den Zustand moderner Gesellschaften scheint der Terminus, der bis vor wenigen Jahren kaum Verwendung fand, mittlerweile unverzichtbar. Man begegnet ihm auf Wahlplakaten und in Parteiprogrammen, in politischen Kommentaren und in Talkshow-Diskussionen, in Werbekampagnen von Unternehmen und mission statements von Verbänden. Inzwischen gibt es einen staatlich geförderten Forschungsverbund, der sich dem Thema widmet.
Was aber ist überhaupt „gesellschaftlicher Zusammenhalt“? Was ist neu an dem Begriff und den von ihm beschriebenen Phänomenen?Die AGORA-Vorträge möchten sich in diesem Wintersemester aus verschiedenen Perspektiven dieser Frage widmen.
Wir freuen uns daher sehr, am Mittwoch den 13. November 2024 um 18:00 Uhr Prof. Dr. Christoph Böhr im Rahmen unserer AGORA-Vortragsreihe begrüßen zu dürfen. Prof. Böhr wird das Problem aufgreifen, wie man sich vorstellen kann, dass eine Kultur, die vom freiheitsichernden Streit lebt, dennoch nicht zerbröselt und in eine Vielzahl von Subkulturen auseinanderbricht. Seine Frage ist: Kann Freiheit – genauer gefragt: Ein bestimmtes Verständnis von Freiheit – das Zusammenleben sprengen?
Christoph Böhr, Prof. Dr., geb. 1954, ao. Professor für Philosophie an der Hochschule Heiligenkreuz / Wien. Er ist Verfasser zahlreicher Publikationen, u.a. Herausgeber der Reihe Das Bild vom Menschen und die Ordnung der Gesellschaft.
Über den folgenden Link gelangen Sie zur Veranstaltung:
https://demo.bigbluebutton.org/rooms/etp-vey-n6j-nna/join