27/04/2026
Die Empirische Kulturwissenschaft an der Universität Innsbruck gratuliert dem Team rund um Konrad Kuhn (Empirische Kulturwissenschaft, Innsbruck) zum mit dem Preis "gedenk-potenziale 2026" ausgezeichneten Forschungs- und Vermittlungsprojekt: "Moderne Vergnügungskultur und Ausgrenzungspolitik in Tirol 1918-1948. Forschen - Vermitteln - Gedenken".
Das Ergebnis - ein Zeitreiseführer "Schund und Sünde"- wird am 05.05.2026 in Die Bäckerei — Kulturbackstube, 6020 Innsbruck, präsentiert!
Zwei Frauen als Betreiber:innen eines Varietés? Jazzbands und Tanztees in Cafés? Die Comedian Harmonists in den Stadtsälen? Schwarze-Broadway-Künstler:innen und Leni Riefenstahl als Tänzerin im Stadttheater? Damenimitatoren in denselben Varietés in denen auch bekannte jüdische Kabarettist:innen, Volskmusikant:innen und Nationalsänger:innen auftreten? Und das alles im Innsbruck der 1920er und 30er Jahre – klingt überraschend? Ist aber tatsächlich so gewesen. Neugierig geworden? Sehr gut!
Denn diese und andere Geschichten aus dem Innsbrucker Nachtleben der Zwischenkriegszeit erzählt das Siegerprojekt der gedenk_potenziale 2026:
Der Zeitreiseführer „Schund und Sünde“, der für eine aktive Gedenkarbeit und offene Erinnerungskultur konzipiert wurde.
Denn der multimediale Zeitreiseführer nimmt euch mithilfe von Postkarten, Zeitungsartikeln, Musikbeispielen, Fotografien, 3D-Rekonstruktionen von Cafés und Varietés in Form eines Hörspiels mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Begleite die beiden Freundinnen Trude und Sarah zu den angesagten Kulturräumen ihrer Zeit, bevor die austrofaschistische Diktatur und später das NS-Regime mit einer strengen Kulturpolitik viele Auftritte verunmöglichten und manche Kunstformen untersagten.
Eine virtuelle Welt, durch das Smartphone für jede und jeden zugänglich, zusammengestellt aus aktuellen wissenschaftlichen Quellenfunden basierend auf den Forschungen des Projekts „Moderne Vergnügungskultur und Ausgrenzungspolitik in Tirol 1918-1948“
Präsentation des Zeitreiseführers:
Im Oberstübchen in der Bäckerei, 5.5.2026, 17 Uhr Eintritt frei
Zeitreiseführer Team: Manuela Rathmayer, Sandra Hupfauf, Stefan Hartlieb, Konrad Kuhn
Ausführung: Julienne Schult, Locandy GmbH
In den nächsten Tagen wird es kleine Insights zum Zeitreiseführer und der Forschung geben.
In den Blick gerieten bei den Forschungen nicht nur eine diverse Vergnügungslandschaft und Kulturgeschichte Innsbrucks, queer-feministische Geschichtsaspekte, jüdische Geschichte und NS-Aufarbeitung, sondern auch die Fragen: Wie wird an was erinnert? Was können digitale Ausstellungspraktiken und Vermittlungsformate für die Erinnerungskultur leisten – wo liegen aber auch die Grenzen? Wie können wissenschaftliche Inhalte, komplizierte und als unbequem wahrgenommene Themen in Vermittlungsformate übersetzt werden, um ein breites Publikum zu erreichen – ohne dabei an Informationsgehalt zu verlieren?
Für vertiefende Infos lest gerne nach bei Innsbruckerinnert.at