05/06/2026
GaM - Institut für Geschichte, Universität Wien- Hörsaal 30
Universitätsring 1
1010 Wien
10. Juni 2026
Eva Berger (Wien): Gartenkultur, Gartenkunst und Gartengeschichte in Wien vom 16. bis zum 20. Jahrhundert
PRÄSENZVERANSTALTUNG
Abstract:
Anhand einiger Charakteristika der zahlreichen historischen Gärten in Wien werden die wichtigsten Entwicklungslinien der Gartenkunst von der Renaissance bis um 1930 nachgezeichnet. Der noch erhaltene Reichtum an historischen Gärten und die heutigen Probleme mit dem historischen Grün in der Großstadt werden vorgestellt. Als wichtige Beiträge zur Wiener Kunst- und Kulturgeschichte zählen sie zum kulturellen Erbe und verdienen daher verstärkte öffentliche Beachtung. Beginnend mit der einst bedeutendsten Renaissanceanlage nördlich der Alpen, den Gärten des kaiserlichen Neugebäudes, die die neuartigen Formen der in Italien entwickelten Gartenkunst aufwiesen, fortsetzend mit den hochbarocken Gärten des Unteren und Oberen Schlosses (Belvedere) des Prinzen Eugen von Savoyen, in denen die in Frankreich in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts sich entfaltenden Formen des sogenannten klassischen französischen Gartens gepflegt wurden, zeigen die Gärten des kaiserlichen Sommerschlosses Schönbrunn die Fortsetzung des regelmäßigen französischen Gartenstils in spätbarocker und frühklassizistischer Art und Weise. Ab 1765 findet der in England entwickelte Landschaftsgartenstil im Neuwaldegger Park seinen frühen kontinentaleuropäischen Niederschlag. Mit den um 1820 entstandenen kaiserlichen Anlagen des Volksgartens sowie des Burggartens und den Erweiterungen beider Gärten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen wichtige authentische Zeugnisse der Gartenkunst des 19. Jahrhunderts vor. Als erste von der Stadt Wien um 1860 errichtete größere Parks sind der Stadtpark und der Kinderpark ebenfalls strukturell gut erhalten. Um und nach 1900 wurden wiederum architektonisch-regelmäßige Freiflächen im Villen- und Einfamilienhaus und ebenso in den Volkswohnungsbauten der Zwischenkriegszeit geplant.
Zur Vortragenden:
Ao. Univ.-Prof. i. R. Dr. Eva Berger, geb. 1955 in Wien. Studium der Kunstgeschichte und Geschichte in Wien und Hamburg, seit 1984 bis 2021 an der Technischen Universität Wien am Forschungsbereich Landschaftsarchitektur tätig, Habilitation 2001. Forschungsschwerpunkte: österreichische Gartenkunst und Gartenkultur; zahlreiche Veröffentlichungen.