03/09/2026
Themenschwerpunkt 2026 „Für ein gutes Morgen – Wie die Profilbereiche der RWTH wirken“
Die globalen Herausforderungen sind zu komplex, um sich ihnen allein zu stellen. Erfolgsversprechender ist es, wenn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachbereichen gemeinsam forschen. Dafür stehen die neun Profilbereiche der RWTH: Als Herzstück der interdisziplinären Forschungslandschaft vereinen sie wissenschaftliche Expertise über Fakultätsgrenzen hinweg. Der Themenschwerpunkt 2026 „Für ein gutes Morgen – Wie die Profilbereiche der RWTH wirken“ des Knowledge Hubs gibt Einblicke in die Arbeit der Profilbereiche. 💯
Wie vernetzte und automatisierte Mobilität sicherer und nachhaltiger werden kann, warum Europa bei künstlicher Intelligenz und automatisiertem Fahren souveräner werden sollte und welche Rolle interdisziplinäre Forschung spielt – darüber redet Professor Lutz Eckstein, Sprecher des Profilbereichs Mobility & Transport Engineering (MTE). Eckstein ist Wissenschaftlicher Leiter des NRW-Kompetenznetzwerks Automatisierte und Vernetzte Mobilität und Präsident des Vereins Deutscher Ingenieure e.V. (VDI).
❓ Menschen wollen mobil sein und möglichst schnell und unkompliziert von A nach B kommen. Im Profilbereich Mobility & Transport Engineering (MTE) befassen Sie sich unter anderem auch mit den Herausforderungen von Mobilität.
💬 Mobilität zählt zu den Grundbedürfnissen des Menschen, und dieses Grundbedürfnis setzt gigantische Kräfte frei, wie wir es glücklicherweise mit dem Fall der Mauer 1989 erleben durften. Die Herausforderung liegt darin, dass Mobilität nicht nur dieses Bedürfnis befriedigen sollte, sondern sie muss gleichzeitig hinreichend sicher sein – und da blicken wir insgesamt auf eine beeindruckende Entwicklung in Deutschland und Europa, mit der wir dennoch nicht zufrieden sein dürfen. Seit Anfang der 2000er-Jahre haben wir eine Halbierung der Zahl der im Straßenverkehr Getöteten erreicht, anders als beispielsweise in den USA. Ebenso hat die Zahl der Schwerstverletzten abgenommen, die aber ebenfalls absolut noch zu hoch liegt. Das andere Thema ist die Nachhaltigkeit, wobei diese mehrere Dimensionen hat: Hinsichtlich der ökologischen Dimension müssen wir Mobilität noch umweltschonender gestalten, auf der anderen Seite muss es aber auch ökonomisch funktionieren. Da sehen wir, dass nicht alles, was sich die Politik wünscht, ökonomisch unmittelbar umsetzbar ist. Beispielsweise wünscht sich die Automobilindustrie genauso wie die Politik, viel mehr batterieelektrische Fahrzeuge absetzen zu können, weil sie viele Milliarden Euro investiert hat. Aber die Kaufbereitschaft der Menschen nimmt zu langsam zu, sodass die Unternehmen aktuell zweistellige Milliardenbeträge abschreiben müssen. Hinzu kommt ein beinharter Verdrängungswettbewerb aufgrund von Überkapazitäten, nicht nur in China. Das hat natürlich direkt mit der dritten Dimension der Nachhaltigkeit zu tun, der Erschwinglichkeit: Die Fahrzeuge sind aufgrund der sehr teuren Batterie, die wir zudem noch nicht hier in Europa fertigen können und deshalb stark abhängig sind von anderen Wirtschaftsräumen, immer noch für viele Menschen nicht erschwinglich. Dabei dürfen wir nicht nur an Deutschland denken, sondern müssen die global sehr heterogenen Märkte betrachten, da nahezu jedes Unternehmen heutzutage in einem weltweiten Wettbewerb steht.
Zum kompletten Interview ➡ https://www.rwth-aachen.de/go/id/bsocvj
🇬🇧 RWTH Knowledge Hub’s 2026 focus theme, “Building Tomorrow: RWTH’s Profile Areas Make an Impact”
Today’s global challenges are far too complex for any single discipline to tackle alone. Driving real progress requires researchers to step beyond departmental boundaries and pool their expertise. That is precisely the mission of RWTH’s nine Profile Areas, which bring together scholars from across campus to address major scientific and societal issues. As part of the RWTH Knowledge Hub’s 2026 spotlight series, “Building Tomorrow: RWTH’s Profile Areas Make an Impact,” this feature takes a closer look at the work of each interdisciplinary hub. 💯
In this interview, Professor Lutz Eckstein, spokesperson for the Mobility & Transport Engineering (MTE) Profile Area, discusses what the future of transportation might look like, how connected and automated transportation can become safer and more sustainable, why Europe should strengthen its technological independence in artificial intelligence and automated driving, and the role interdisciplinary research can play in shaping that future. He holds the Chair of Automotive Engineering (ika) and serves as director of the Institut für Kraftfahrzeuge (ika) - RWTH Aachen University. He is also scientific director of the North Rhine-Westphalia Competence Network for Automated and Connected Mobility, and president of the erein Deutscher Ingenieure Association of German Engineers VDI e.V.
❓ People want to be mobile and get from A to B as quickly and easily as possible. In the Mobility & Transport Engineering (MTE) Profile Area, you focus on the challenges of mobility.
💬 The freedom to move is one of humanity’s fundamental needs, and fulfilling that need can be an incredibly powerful force, as the fall of the Berlin Wall in 1989 so vividly demonstrated. The challenge is to meet this need while ensuring that mobility remains safe. In Germany and across Europe, we’ve made remarkable progress in this regard, although there is no room for complacency. Since the early 2000s, the number of traffic fatalities has been cut in half, unlike in countries such as the United States. The number of people seriously injured in traffic accidents has also declined, but it remains far too high in absolute terms.
The other major challenge is sustainability, which has several dimensions. From an environmental perspective, mobility must become even more sustainable. At the same time, it also has to be economically viable. This is where we see that political ambitions are not always immediately feasible from an economic perspective.
The automotive industry, like policymakers, would like to sell far more battery-electric vehicles, having invested many billions of euros in their development. However, consumer demand has grown more slowly than expected, forcing manufacturers to write off investments totaling tens of billions of euros. At the same time...
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📸 Fotografie Weiland