Es wird effizient studiert. Der backgammonspielende Zwanzigsemester geistert nur noch in Vollmondnächten als trauriger Anachronismus durch unser Institut, ja, wir werden ihn alle vermissen. Auch wenn Turbostudium und Bildungsproduktion durch ihre ganz eigene, kafkaesque Liebenswürdigkeit bestechen, irgendwas fehlt. Kleinigkeiten, belanglos auf den ersten Blick, machen einen guten Tag aus. Im Exil
sind die kleinen Dinge eine Tasse Kaffee. Zunehmender Verzweiflung angesichts einer offenbar von Hobbykryptologen verfassten Studienordnung, doppelbödiger Kommunikation eines bekannten deutschen Althistorikers oder ganz profaner, studentischer Müdigkeit nach einer langen Nacht ("Heute aber wirklich nur ein Bier!") schaffen wir Abhilfe mit dem stilvollsten aller Heißgetränke. Gratis dazu bekommt ihr einen Gesichtsausdruck, der mit viel Mühe als Lächeln durchgeht, und Gespräche mit Menschen, die, wie ihr, ein sozial völlig inkompatibles Interesse für tote Menschen zu ihrer Lebensaufgabe gemacht haben. Gebt es zu, spätestens jetzt haben wir euch. Den richtigen Kaffee im falschen System findet ihr täglich im 5. Stock des Instituts für Geschichtswissenschaften. Arbeitet an eurer Work-Life-Balance, kommt ins Exil!