22/10/2019
***CALL FOR PAPERS***Einsendeschluss 31.01.2020***
einzusenden an: [email protected]
Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer,
Wie bereits in der letzten Woche angekündigt, wollen wir die Woche mit einem „Call for Papers“ für ein auf Ende April angesetztes Symposium zum Thema „Die Anfänge der Gegenwart in zeithistorischer Perspektive“ beginnen. Gerne laden wie hiermit Studenten, Doktoranden und Mitarbeiter der Universität ein, sich rege an dem Vorhaben zu beteiligen. Das Symposium soll an einem Samstag, dem 25.04.2020, über den Tag verteilt, untergliedert in drei verschiedenen Sektionen – Wirtschaft, Politik und Gesellschaft – stattfinden.
In seinem Aufsatz „Über den Begriff der Geschichte“ schrieb der deutsche Philosoph und Literat, Walter Benjamin, vor rund 80 Jahren: „Vergangenes historisch zu artikulieren, heißt nicht, zu erkennen, wie es eigentlich gewesen ist. Es heißt sich einer Erinnerung zu bemächtigen, wie sie im Augenblick einer Gefahr aufblitzt.“ Damit meinte Benjamin, dass der eigene Zeithorizont des Betrachtenden immer die Perspektiven und Fragestellungen beeinflusst, die er an eine ihm zugängliche Epoche der Vergangenheit heranträgt. Kurz gesagt: Geschichte und deren Instrumentalisierung sind immer in Bewegung.
Ganz nach diesem Motto wollen wir fragen, was die Geschichte mit der Gegenwart verbindet. Was sind die historischen Themen - man denke nur an die zuletzt überall anzutreffende „Weimar-Renaissance“ – die unser Denken und Handeln in der Gegenwart beeinflussen? Welche komplexen Herausforderungen tun sich in unserer Gegenwart auf, die nur durch eine Einordnung in den historischen Kontext wirklich verständlich werden?
Damit Ihr einen besseren Eindruck davon bekommt, worum es uns geht, haben wir unter dem Beitrag eine Liste mit einigen Themen zusammengestellt, von denen wir denken, dass sie sich lohnen aufzugreifen und die Euch als Anregung dienen sollen. Wir sind natürlich offen für weitere Vorschläge und würden uns freuen, wenn Ihr Eure eigenen Themen einbringt. Wählt gerne Themen, die Euch im gegenwärtigen Kontext interessieren und diskutiert sie mit anderen Teilnehmern in bekannt-gepflegter Seminaratmosphäre. Prof. Dr. Scholtyseck, Lehrstuhlinhaber für Neuere und Neuste Geschichte an der Bonner Universität sowie Vorstandsmitglied unseres Vereins, wird den Tag mit einem kleinen Vortrag eröffnen.
Als Themen für ein solches Symposium würden sich beispielsweise eignen:
1. Geschichtspolitische Konjunkturen in der Gegenwart (1. Weltkrieg, Weimar, Epoche „Nach dem Boom“)
2. Die Entstehung der modernen Konsumgesellschaft in zeithistorischer Perspektive
3. Postindustrielle Gesellschaften und Wertewandel
4. Stehen wir vor einer Auflösung des alten Links-Rechts-Gegensatzes?
5. Ausbau und Umbau westeuropäischer Wohlfahrtsstaaten
6. Zeithistorische Perspektiven auf die Entwicklungen von Körperkult und Geschlechterordnungen
7. Erinnerungskultur zwischen Bonner und Berliner Republik
8. Begleiterscheinungen und Folgen westeuropäischer Migrationsgesellschaften
9. Von der Virulenz der deutschen zur Virulenz der europäischen Frage
10. Vom Mulilateralismus zu nationalen Alleingängen – Internationale Kooperation und Abschottung in zeithistorischer Perspektive
11. Die grüne Bewegung als Spiegel und Motor ideengeschichtlicher Wandlungsprozesse
12. Vom „Turing-Modell“ zur Virtual Reality – eine kurze Geschichte des Informationszeitalters
13. Zwischen Selbstverwirklichung und sozialem Druck - Zum Verhältnis von Individuum und Kollektiv in der Moderne
14. Vom Konstruktivismus zum Neuen Realismus – Die Entwicklung philosophischer Denkrichtungen in zeithistorischer Perspektive