Gastro Kwartier Lataeng e.V

Gastro Kwartier Lataeng e.V Der Gastro Kwartier Lataeng e.V. ist der Verein der Gastronomen des Kwartier Latäng. Dazu kommen kleine, sehr liebevolle Lädchen des Einzelhandels.

Im Herzen von Köln, mitten im Studentenviertel liegt eine der berühmtesten Ausgehmeilen der Welt. Das Kwartier Latäng einzugrenzen fällt schwer: Vom Rudolfplatz bis zum Barbarossaplatz, von der Uni Mensa bis zum Hohenstaufenring, mit der mittendrin liegenden Zülpicher Straße als Hauptschlagader von der viele Seitenstraßen abzweigen, in denen sich die ganze gastronomische und kulturelle Vielfalt ze

igt. Unzählige Kneipen, Bars, Restaurants, Clubs und Theater haben hier ihren Platz. Besonders am Kwartier Latäng ist: Viele gastronomische Betriebe existieren seit Jahrzehnten, sind die Urgesteine der Feierkultur und haben es geschafft, sich immer dem Zeitgeist anzupassen und gleichbleibend attraktiv für Generationen von Gästen zu sein. Die 60er Jahre waren ein Jahrzehnt des Aufbruchs und überall in Köln entstand die bunte Gastronomie- und Kulturszene, für die Köln heute weltweit bekannt und beliebt ist. Das Kwartier Latäng entwickelte sich schnell zu einem Hotspot der Feierfreudigen. Gerade bei Studenten ist die Feiermeile seit 60 Jahren gleichbleibend beliebt. Und auch viele Touristen finden jedes Jahr den Weg zu uns. Und natürlich auch die Kölner und Kölnerinnen und das gesamte Umland. Bis Anfang der 70er hatten sich einige innovative Läden im Kwartier Latäng angesiedelt und um diese herum entstand das, was heute weltweit als Feiermeile bekannt ist. Die Betreiber dieser Gründerläden schlossen sich Mitte der 80er Jahre zusammen und der Name Kwartier Latäng (in Anlehnung an das Pariser Ausgehviertel Quartier Latin), war geboren und war und ist ein Garant für Spaß und Freude und das ganz besondere Kölsche Jeföhl. Was wäre Köln ohne Karneval und eines der ersten von vielen gemeinsamen Projekten der Betreiber war die große Nubbelverbrennung, mit der in Köln der Karneval beendet wird. Das Kwartier Latäng ist heute eines der beliebtesten Viertel Kölns im Kölner Straßenkarneval und jeder sollte einmal im Leben den Karneval im Kwartier Latäng erlebt haben. Im Kwartier Latäng findet jeder das Restaurant, die Bar, Kneipe und den Club, der ihm am meisten zusagt. Diese Vielfalt ist eine der Stärken des Viertels. Die zweite Stärke ist das Preissegment. Wir sind alles andere als Schicki Mickie, ohne dabei trashig zu sein. Die Nähe zur Universität Köln macht uns besonders attraktiv für Studenten. Durch die Corona Krise sind die Betreiber des Kwartier Latäng ganz eng zusammengerückt. Gemeinsam sind wir stark und wir sind uns sicher, dass wir dieses besondere, einzigartige Stadtviertel im Herzen von Köln in eine innovative, moderne gastronomisch Vielfältige und für unsere heutigen und zukünftigen Gäste attraktive, Zukunft führen werden.

13/02/2026

Das Fazit zum Weiberfastnacht 2026 ist kurz.
Weitestgehend ins Wasser gefallen.

Es war Regen angesagt, es hat am Tag vorher schon geregnet und es war ungemütlich. Daher war auch grade mal die Hälfte der Leute im Veedel, wie das normalerweise zu erwarten gewesen wäre.
So ist das halt, wenn man große Teile von außerhalb erwartet, die sind weniger wetterresistent, als wir Kölner, die zum Fasteleer gehen, egal wie et Wetter is... Dazu kommt natürlich auch ein gewisser Zulauf-Rückgang, je öfter die Uniwiese unbespielt bleibt und je klarer die hiervon angezogene Klientel hierdurch mitbekommt, dass der Ofen da jetzt aus ist.

Das Sperrkonzept wurde daher nicht getestet, es musste nie der Zugang eingeschränkt werden, gegen 11:11h, der neuralgischen Zeit der gewöhnlch ersten Überfüllung war die Zülpicher Straße nichtmal ein Viertel so voll, wie das für gewöhnlich der Fall wäre. Da kam später zwar noch mehr, aber nie bis hin zur "Voll-Last".

Die Kyffhäuser Str. war augenscheinlich belebter als sonst, weil der Eingang Barbarossaplatz wieder für den Publikumsverkehr geöffnet wurde, in den Kneipen kam da aber wenig von an, weil es eben primär die Transitstraße zur Zülp ist und die Leute, die von der Zülp weg wollen, um mal was anderes zu sehen, dann eben nicht auf dem kurzen Weg über Heinsberg- oder Hochstadenstraße zurückkommen, sondern weiter außenrum geführt werden. Aber das ist eh erst relevant, wenn die Zülp überläuft, was sie hier nicht getan hat. Luxemburger- und Lindenstraße waren demzufolge ebenso eher schwach mit Zustrom belaufen.

Wenigstens hat das Wetter dafür gesorgt, dass mehr Menschen in die Kneipen rein sind, statt dauerhaft auf der Straße zu bleiben.

Das Ordnungsamt hat wie befürchtet tatsächlich Kontrollen hinsichtlich Versammlungsstätten-Verordnung durchgeführt, ungeachtet jedoch des Umstandes, dass aufgrund des schwachen Zulaufs und der dementsprechend schwächeren Füllung diese Verordnung gar keine Anwendung hätte finden müssen, sondern lediglich die Vorschriften für den Regelbetrieb. Dies zu unterscheiden war den Kontrolleuren aber vermutlich mangels entsprechender Kenntnisse nicht möglich, man hat offenbar einen Auftrag ausgeführt, der unter der Annahme anderer Vorraussetzungen erteilt wurde. Es bleibt bei der Erkenntnis, dass 90% der Gaststätten als Versammlungsstätte nach der VO eigentlich nicht abnahmefähig sind und die Stadt sich fragen lassen muss, wie sie damit umgehen will. Denn: Nur einzelene rauspicken, die das Pech haben, dann "dabei" zu sein, während die 99% anderen Glück haben und weitermachen dürfen, ist sicher nicht ok. Entweder alle -dann bricht aber der Kneipenkarneval in Köln zusammen- oder keiner und man betrachtet das nicht als isolierte kommerzielle Veranstaltung, sondern als die Durchführung langjährig gewachsenen Brauchtums.

Was das Sperrkonzept angeht, so können sich die von uns angesprochenen Schwächen primär dann zeigen, wenn der Füllgrad diese offenbahr macht. Das war gestern nicht der Fall. Im Vergleich zum 11.11.25 war das nur ein leichtes Aufwärmtraining und im Vergleich zum 11.11.23 ein harmloser kleiner Kindergeburtstag.
Grundsätzlich muss man aber auch langsam unterscheiden, dass die 11.11. ein anderes Kaliber haben, als der Weiberfastnacht und das eben dieser Weiberfastnacht an den 11.11. von der Masse her nur noch dann halbwegs an einen 11.11. anknüpfen kann, wenn echt Kaiserwetter ist. Das wird auch 2027, wenn er auf den 04. Febraur fällt, also noch früher im Jahr ist, vermutlich nicht der Fall sein. 2028 vielleicht eher wieder, da wird er Ende Februar sein.

Es bleibt aber dabei, das Konzept ist eindeutig zu groß, zu teuer und zu restriktiv. Man muss auch hier abspecken und mehr Zirkulation zulassen, damit nun viele Jahre benachteiligte Lagen endlich wieder Zulauf bekommen können, die diesen traditionell immer hatten. Bedarfssperren sind hier der Schlüssel. Anwohnerschutz ist schön und gut und es gibt Straßen ohne hohe gastronomische Nutzung, wo man das sicherlich auch tun kann, aber da wo in nennensweeter Anzahl Gastronomie existiert, darf man diese nicht von ihrer Kundschaft abschneiden, ohne dass man diesen Eingriff in die Gewerbefreiheit auch so benennt und dann auch dafür verantwortlich zeichnet. Und es gibt auch Lösungen, beides halbwegs vernünftig unter einen Hut zu kriegen. Muss man nur wollen.
Der dringende Apell an die Stadt zum Reden bleibt also.

Da isser ja.... Dä "Plan" für 2026....Haben wir bekommen am 03.02., also großzügige 9 Tage vor Weiberfastnacht. Reichlic...
07/02/2026

Da isser ja.... Dä "Plan" für 2026....

Haben wir bekommen am 03.02., also großzügige 9 Tage vor Weiberfastnacht. Reichlich Planungsvorlauf... für das Amt. Für uns Gastronomen... ach egal, wir brauchen sowas doch nicht. Es gab auch sonst keine Info. Wir erfuhren alles aus der Presse, ebenso wie Gastrokümmerer des Ordnungsamtes, die wir ja ansprechen sollen bei Fragen, damit der Rest des Amtes Ruhe vor uns hat. Die Abteilung Grossveranstaltungen funktioniert derzeit als Blackbox.

Nachdem wir im Vorfeld des Karnevals 2025 gute Gespräche mit der neuen Ordnungsamtsleitung führen und tatsächlich auch ganz zögerlich Bewegung in das starre Sperrkonzept bringen konnten (zaghafte Öffnung der Kyffhäuser Str.), hatte sich das im Vorfeld des 11.11.2025 schon wieder erledigt. Versprochene Fortsetzung des Dialogs - Fehlanzeige. Der neue Leiter ist auch schon wieder weg und macht jetzt das Büro des neuen OB, der neue ist bislang unbekannt, kommt aber dafür wieder von der CDU - was für gewöhnlich ein Garant für Klüngelanfälligkeit ist, wie wir aus leidvoller Vergangenheit wissen. Und der Klüngel will einen Auftrag für befreundete Dienstleister, der möglichst teuer ist. Der Klüngel will möglichst viele Zäune, möglichst viel Personal, möglichst viel Auftragsvolumen, einen möglichst großen Kuchen. Aber wir kennen den Mann ja wie gesagt noch gar nicht, das sind nur reflektierte Befürchtungen aufgrund empirischer Erfahrung. Fest steht bislang nur, dass das Bedürfnis nach Abstimmung mit Akteuren vor Ort, vor allem solchen, die als Gewerbe darauf angewiesen sind, dort auch Geld zu verdienen, noch nicht im Vordergrund steht. Und das ist enttäuschend. Seit 8 Jahren nun kämpfen wir, verlieren jedes Jahr mehr Geld, Nerven und Hoffnung, weil es einen Schritt vor und dann wieder zwei zurück geht. 5 Ordnungsamtsleiter in diesen 8 Jahren inclusive...
Im Moment geht es wieder zurück....

Zur Sache:

1. Der Abbau der Attraktivität und somit der Verzicht auf die "Feierzone" auf der Uniwiese ist nach wie vor völlig alternativlos. Wer möchte, dass wir von den in den letzten Jahren wie Hänsel und Gretel zum Hexenhaus angelockten Kiddies aus halb Mitteleuropa auch wieder welche verlieren, der darf da nix mehr anbieten, was Laune macht. Wie gesagt, es geht da nicht um unsere Kölner Kids, für die darf man gern irgendwo was anbeiten, nach Möglichkeit dezentral, aber da reden wir von unter 10.000 und nicht über 100.000. Die kommen von weit außerhalb und die hatten wir in dieser Größenordnung nie, bevor die Stadt ein als Ausweichsfläche getarntes Kinderfestival auf der Wiese organisiert hat. Also fott damit und ein paar Sessionen durchhalten, bis das auch überall angekommen ist, dass da jetzt keine Bespassungszone mehr stattfindet. Daran wenigstens scheint man noch festzuhalten, gut so. Das war aber auch schon der einzige positive Teil.

2. Man kann in den Kernbereich des Kwartier Latäng, bestehend aus Zülpicher Straße, Zülpicher Platz, Kyffhäuser Straße und den Verbindungsstraßen Heinsbergstraße und Hochstadenstraße so etwa 25.000 Leute unterbringen, wenn man sie relativ frei zirkulieren lässt in diesem Dreieck. Macht man aber nicht. Man sperrt die Verbindungsstraßen, stopft die Zülpicher Straße voll und so nach 10.000 bis 12.000 Menschen macht man dicht und leitet alles auf die Wiese um. Man verschenkt also im Veedel selbst nicht nur Platz, sondern sorgt auch dafür, dass die 8 Kneipen in Kyffhäuser und Heinsbergstraße, sowie die 7 dortigen Imbissrestaurants null Geschäft mehr machen. Andere Nebenlagen ebenso nicht mehr.
Das Ordnungsamt argumentiert regelmäßig, man würde die Leute ja gar nicht davon abhlaten, auf die Kyffhäuser zu gehen und das stimmt sogar rein technisch meistens. (man hat uns auch schon ganz abgeschnitten) Aber den Mechanismus, der am Ende eiegntlich dafür sorgt, dass es doch so ist, den begreift man da in einer Art kindlicher und authistisch anmutender Mantrarezitation einfach nicht, egal wie oft man das erklärt... Daher hier nochmal, ganz enfach:
Da kommen sehr viele Menschen von außerhalb. Die kennen sich da nicht aus, die haben da nicht ihre Stammkneipe. Die haben gehört "Zülpicher Strasse" is geil, da muss ich hin. Die nutzen die Kyffhäuser Str. und andere Nebenstrassen nur als Transitstrecke um auf die Zülp zu kommen. Was dann früher passiert ist, bevor man alle Laufwege im Veedel mit Zäunen zugestellt hat, war das Ausweichen der Menschen, denen es auf der Zülp zu voll wurde in die Nebenstraßen und so wurde das ganze Veedel belebt, was allen Gastronomen Jahrzehnte lang ein ordentliches Karnevalsgeschäft ermöglichte. Ein Geschäft, das man auch braucht, eine Geschäft, dass auch Ortsansässige Vermieter gern und regelmässig in den veranlagten Mietzins mit einfliessen lassen und ohne das man ernsthafte Probleme bekommt. Probleme von denen die Gastro auch schon anderweitig genug hat... Als Crowdmanager würde man von einer Verteilung auf die Fläche gesprochen haben. Für uns war es schlicht das Karnevalsgeschäft. Jetzt klappt das mit dem Verteilen in die Fläche nicht mehr. Zum einen sind die direkten Wege weg von der Zülp, über Heinsbergstraße und Hochstadenstraße schlicht dichtgemacht und zum anderen ist halt bekannt, dass die Stadt -nachdem man die völlig überraschend eingetretene Überfüllung der Zülp festgestellt hat- niemanden mehr auf die Zülp rauflässt, weshalb auch niemand von ihr runtergeht, weil man ja damit rechnen muss, nicht mehr drauf zu kommen. Was früher halt eine Art "free-flow" im Dreieck Zülpicher Straße. Zülpicher Platz/Hochstadenstraße/Heinsbergstraße und Kyffhäuser Straße war, ist jetzt nur noch ein statisches Presswurstquetschen des langen Zülpicher Schlauchs, wo die Leute so lange ausharren, wie sie können, weil runtergehen heisst, Du bist raus und bleibst raus. Und das hat früher halt anders funktioniert. Da hat eben nicht nach 10-12tsd jemand die Tür zugemacht, sondern man hat weiter laufen lassen und die Leute haben sich von ganz allein verteilt und sind im Veedel zirkuliert. Das geht aber nur so bis ca. 25.000 Leute. Danach wird es kritisch, wie wir am 11.11.2017 gesehen haben, was ja der Auslöser für das ganze Ding hier war.
Daher macht es schon Sinn, Massen steuern zu wollen und im Zweifel auch den Zulauf begrenzen zu können. Aber das was hier betrieben wird ist nicht nur ineffektiv und verhindert eine gute Nutzung der verfügbaren Flächen, es ist auch sauteuer und hinterlässt verdammt viel verbrannte Erde. Die Belebung der Kyffhäuser Straße zu Karneval 2025 war erfolgreich, als wir eine der beiden Stichstraßen geöffnet haben, das kann jeder Kollege dort bestätigen. Jedoch schon zum 11.11.2025 wieder hatte sich das erledigt, weil man zwar von der Zülpicher Straße aus Leute in die Kyffhäuser reingelassen hat, das aber niemand wirklich erkennen konnte, weil eben die Abzäunungen doch wieder sichtbar da standen, um eben Menschen von der Kyffhäuser Straße nicht in die andere Richtung zu lassen, also nicht mehr Richtung Zülpicher und das ganze so aussah, als wär da kein Weg durch und falls doch, keiner mehr zurück. Da war er wieder, der wiehrende Amtsschimmel.... Erstens ein Bild erschaffen, das klar von weitem schon deutlich nach Sperre aussieht, incl. keinen mehr zurücklassen und dann wundern, dass den Weg dann keiner gehen will. Zack, schon hat man das Grundproblem wieder hergestellt. Und dann nimmt man den ja "offensichtlich erfolglosen" Versuch als Beleg dafür, dass das ja alles Unsinn ist und man es wieder so macht wie vorher, also alles wieder schön sperren... Da bekommt man schon Zweifel an der Ernsthaftigkeit des zwischenzeitlich gemachten Bekenntnis "wir wollen die Kyffhäuser Strasse wieder beleben". Wir hatten noch ganz andere Maßnahmen vorgeschlagen, die aber auch abgelehnt wurden und das was man zugelassen hat, hat man dann so ausgeführt, dass es nicht funktionieren konnte. Rückblickend klare Hinhaltetaktik, um Klagen vorzubeugen. Vielen Dank für nix...
Dahinter steckt auch der Wunsch, mit einer möglichst verwaisten Kyffhäuser Straße inmitten des brodelnden Chaos einen leeren Raum zu haben, den man zur RTW-Anfahrt nutzen kann oder zur möglichen Entfluchtung der Zülpicher Straße. Wenn man das so betrachten würde, würde das einen gewissen Sinn ergeben, dann muss die Stadt aber auch eingestehen, dass die Verödung der Kyffhäuser klarer Vorsatz ist und für diesen enteignungsgleichen Eingriff in unsere Gewerbefreiheit auch die Verantwortung übernehmen, was sie aber -völlig überraschender Weise- auch nicht will.
Was die ganze Posse aber noch bedeutet nun im nächsten Punkt.

3. Nachdem wir aufgrund der Jahrelangen europaweiten Bewerbung unserer Umsonst-und-Draußen Minderjährigen-Feierfläche auf der Wiese inzwischen einen Bekanntheitsgrad bis hin in die New York Times generiert haben, ist klar, dass wir die ursprünglich mal gesetzten 25-30tsd Menschen so nicht wieder erreichen werden, sondern das es mehr bleiben werden. Nicht mehr soviele wie in der Spitze am 11.11.2023, wo es im Durchlauf sicher 150.000 gewesen sind, aber halt immer noch deutlich mehr. Das nimmt langsam leicht ab, weil der eine Hotspot "Wiese" jetzt weggefallen ist und nur der zweite, die "Zülp" übrig bleibt. Aber das sind immer noch deutlich mehr als vorher, sagen wir mal 50-60tsd. Das ist immer ein wenig unterschiedlich, je nach Datum und Wetter. Der 11.11. ist immer voller als Weiberfastnacht und je nach Wochentag und Wetter auf den dieser fällt, wird es mehr oder weniger. Ist halt auch dem Umstand geschuldet, dass es mittlerweile halt primär Auswärtige sind, die da anreisen, der Kölner Karnevalist ist da eher zuverlässiger und unabhängiger von Wochentag und Wetter.
Da wir in den Kernbereich des Kwartier Latäng nun nur noch so 12tsd reinlassen, nämlich bis die Zülp voll ist und nicht mehr wie früher 25tsd, als die dann in die anderen Straßen diffundiert sind, haben wir schonmal die gleiche Menge, die vor der Tür steht, als wie dahinter. Aber es kommen ja nicht 25, sondern mehr, also die 50 oder 60 tsd.... Und die verteilen sich jetzt in Straßen, die früher relativ unberührt vom karnevalistischen Treiben auf der Zülp waren, nämlich in die Luxemburger Straße und die Lindenstrasse. Die sind auf einmal so voll wie die Zülp selbst und was da nicht mehr reinpasst, schwappt dann in die Südstadt bzw. ins Belgische Viertel. Gut, die Südstadt hatte das früher schon, die hatten nur etwas Entlastung, als man alle zu uns auf die Wiese gelotst hat. Die Altstadt ist ja insofern "befriedet", als das man die Kiddies dort erfolgreich über die Generierung einer großräumigen und vor allem Eintrittsbewährten Veranstaltungsfläche ausgeschlossen und zu uns geschickt hat.

Als Ergebnis hat man also nach 8 Jahren Sperrkonzept eine massive Steigerung des Zulaufs vor allem sehr junger Klientel von Auswärts, die wenig Kaufkraft aber viel Problempotential mitbringt, und sich auf eine Fläche ausbreitet, die nicht wie früher den Kernbereich des Kwartier Latäng, sondern inzwischen das Gesamte Veedel und angrenzende Lagen mit umfasst und zig Millionen kostet und alle Kräfte bündelt. Und die Stadt, die diese "Erfolgsstory" verfasst hat, hält es heute weniger denn je für angebracht, mal mit den Menschen zu reden, die den Karneval dort seit Jahrzehnten persönlich, live, hautnah und mit professionellem Hintergrund erleben und die Zusammenhänge dort deutlich direkter begreifen, als man dies -mit Verlaub- von einem Bürostuhl aus kann, vor allem, wenn dieser regelmäßig den Besitzer wechselt und jeder Neue hier die Entwicklung nur vom Hörensagen kennt.
Diese Hybris der Stadt ist nicht nur unverständlich, sie tut weh und macht -erstaunlich nach all den Jahren- immer noch furchtbar wütend. Keine Info, keine Einbeziehung, keine Planungsgespräche, ja nichtmal der viel geschmähte runde Tisch, der zwar entgegen seiner ursprünglichen Ankündigung nie ein Instrument der Mitbestimmung war, aber zumindest mal Ansprechpartner für einen Austausch greifbar machte... Nichts mehr. Das Ordnungsamt agiert derzeit als Blackbox... womit wir wieder am Anfang wären. Buchstäblich.

4. Was wir viel früher als das aktuelle Sperrkonzept erfahren haben -natürlich wieder aus der Presse- war jedoch die Absicht des Ordnungsamtes, Gaststätten, in denen Karneval gefeiert wird, auf Überfüllung zu prüfen. Na danke schön!
Für die Leute, die sich da nicht so auskennen: Ab 200 Leute (und jeder Gastwirt, der was auf sich hält im Karneval hat mehr als 200 Leute in der Bude) fällt man unter die sog. "Versammlungsstättenverordnung" (VStättVO). Damit gehen eine Vielzahl besonderer Pflichten einher, die weit über das hinausgehen, was eine normale Gaststätte für ihren Regelbetrieb so braucht. Um es kurz zu machen, 90% der Gaststätten sind nicht abnahmefähig als Versammlungsstätte nach VStättVO. Da fehlt es schlicht an den baulichen und technischen Voraussetzungen, selbst wenn man sich die Mühe machte, noch schnell ein Brandschutzkonzept zu schreiben. Das ist nicht neu, das war schon immer so, seit es diese Verordnung gibt, nur hat man im Kölner Karneval da immer Fünfe grade sein lassen, wie mit so vielem in der fünften Jahreszeit. Das macht sie ja auch aus, dass da Regeln mal ein wenig weniger Bedeutung haben. Das das Amt das jetzt prüfen will bedeutet aber, dass die Mehrheit der Kneipen-Feierhotspots Gefahr läuft, mitten im Hochbetrieb geschlossen zu werden und es reine Glückssache ist, ob Du an Karneval Deine Investition in Ware, Personal, Sicherheitslogistik und Vorverkauf wieder raus bekommst oder auf allem sitzen bleibst und im Zweifel Miese machst. Hängt nur davon ab, ob Du zu den Glücklichen gehören wirst, die geprüft werden oder nicht. Reine Willkür also. Da dies vom Personalaufwand abhängt, den das O-Amt betreiben kann und die Majorität der Mitarbeitenden des Amtes bei uns im Kwartier Latäng eingesetzt ist, haben wir so eine Befürchtung, WO Prüfschwerpunkte liegen könnten. Wie gesagt, wir haben ja sonst schon keine Probleme. Da kann man ruhig noch mal drauftreten, der zuckt ja noch...
Natürlich kann man auch einfach sehen, dass man bei 190 Leuten Einlass-Stop macht und bei Läden, die sonst nur 220 reinkriegen würden, würde sich der Schaden vermutlich noch in Grenzen halten, aber was ist mit denen, die auch 250, 300 oder 350 reinkriegen würden, wenn man traditionell die Tische und Stühle rausräumt, um Platz für de Karawane zu schaffen? Die halbieren dann Ihren Umsatz, ganz zu schweigen, dass das mit der Stimmung dann schwer wird und es auch nicht leicht ist, den Füllgrad exact im Auge zu halten. Klar, man will keine Fallen wie in Crans Montana. Aber das waren ja auch besondere räumliche Gegebenheiten mit einem unübersichtlichen Keller. Bei uns läuft das in aller Regel eher ebenerdig und Fallen ohne Ausweg sind da eher nicht zu befürchten. Aber das wird sicher nicht der Maßstab sein, mit dem dann geprüft werden wird.

5. Am Ende ist das alles wieder hochgradig unbefriedigend und wird mehr und mehr Existenzbedrohend für unsere Gastro. Es gibt Lösungen, die unser Veedel wieder fröhlicher und weniger überfüllt machen würden. Nicht über Nacht, aber mit den richtigen Ansätzen in absehbarer Zeit. Es gibt Lösungen, die nicht dafür sorgen, ein Gefängnis-Szenario über das Kwartier Latäng zu legen, Räume und Laufwege zu verknappen und Millionen und Aber-Millionen dafür jedes Jahr an Klüngelfirmen umzuleiten. Aber im Moment ist dazu keine Bereitschaft zu erkennen, denn dafür wird die Stadt mit uns reden müssen und eine echte Beteiligung herstellen, statt sich wieder in eine Blackbox zu verwandeln, denn liebe Stadt Köln, Du hast leider sehr nachhaltig bewiesen, dass Du es alleine nicht kannst. Das Ergebnis der jahrelangen Bemühungen spricht da eine eindeutige Sprache. Zulauf vervielfacht, statt eingedämmt, Kosten explodieren lassen und Gewerbe im Veedel nachhaltig geschädigt, vom Ruf des Kölner Straßen- und Kneipenkarneval, der inzwischen von diesen Zuständen determiniert wird, mal ganz zu schweigen. Das ist KEINE Erfolgsstory!
Und trotzdem... immer noch sind wir offen für Gespräche. Immer noch sind wir bereit, uns einzubringen. Unsere Zeit, unsere Experiese, ohne was dafür zu wollen, ausser wirklich ernst genommen zu werden. Obwohl man uns immer wieder verladen und ignoriert oder sogar verächtlich gemacht hat. Immer noch sind wir der Meinung, dass das nur miteinander geht. Wir haben lange darüber nachgedacht, einfach den Klageweg zu beschreiten. Aus schierer Verzweiflung. Aber das ist teuer und riskant. Wer mit einer Stadt, die im Zweifel über Millionen (unserer) Steuermittel verfügt, vor Gericht in einen teuren Gutachterwettstreit mit auch immensen Streitwert geht, muss wirklich frisch sein und im Zweifel einen langen Atem haben. Das trifft auf die Gastro nicht zu, die Jahr für Jahr härter um ihr bloßes Überleben kämpft. Für uns wäre das ein One-Shot Harakiri-Spiel, eine allerletzte Karte. Nicht nur deswegen appellieren wir, gehört zu werden. Einfach auch aus der Überzeugung heraus, dass man erfolgreich Dinge nur dann bewegt bekommt, wenn alle wirklich wollen und mit echtem Interesse zusammenarbeiten. Aber das ist derzeit nicht in Sicht.

Wir wünschen allen einen frohen und erfolgreichen Karneval, hoffentlich ohne unschöne Zwischenfälle. Wir versuchen wie immer das Beste draus zu machen, auch wenn es jedes Jahr schwieriger wird.

Eure Gastro Kwartier Latäng

13/11/2025

Und schon schreien die Ersten wieder nach einer großen Veranstaltung, am besten doch auf der Uniwiese....

Was ist passiert? Teile der Kids, die das bei uns jetzt nicht mehr knorke finden, weil hier ihr Festival nicht mehr stattfindet, gehen jetzt woanders hin und das passt dem ein oder anderen gar nicht, denn das ist ja mit Problemen verbunden... Nein! Doch! Ooohhhhh.....!!!

Streng genommen, gehen die da hin, wo sie schon mal waren.
Bis 2017 gingen die Kids regelmäßig in die Altstadt, in die Südstadt und ins Kwartier Latäng. Dann sperrte man sie aus der Altstadt aus (das war damals mal der größte Hotspot für diese), weil man eine Veranstaltungsfläche mit Eintritt aus dem zentralen Gelände machte, was für die Kids unbezahlbar war, woraufhin sie ins Kwartier Latäng umzogen, denn da hatte man ebenfalls ein Festivalgelände aufgebaut, nur eben ohne Eintritt und mit zielgruppengerechter Bespielung. Und das hat dann schließlich auch die Kids aus der Südstadt zu uns gelotst. Altstadt und Südstadt waren happy, aber wir hatten sie dafür jetzt alle, zentral an einem Ort, direkt vor unseree Haustür. Und wie das so ist: "Masse zieht Masse"! Nachdem das einmal da war, kamen halt in den Folgejahren immer mehr und die machten dann ein Sperrkonzept nötig, das jedes Jahr größer wurde, inzwischen Millionen verschlingt, das Veedel völlig platt macht, Gastronomie inclusice und uns nachhaltig das einst gemischte Publikum zu halbwüchsigen Kindern ausgetauscht hat. Und wieder waren andere Veedel zufrieden, denn sie durften nicht nur die Kids an uns abgeben, sie bekamen auch unsere Gäste, die inzwischen geflohen waren. Danke!

Und jetzt kommen ein paar davon zurück.... Wie fühlt sich das an? Weckt das Verständnis für uns? Nein, sicher nicht. Die sollen wieder zurück...
All das Geheuchel, man wolle Angebote für die Jugendlichen schaffen heißt übersetzt doch nur, ich will sie nicht bei mir haben, nimm DU sie!
Wenn es Euch wirklich um die Kids geht, dann schmeißt doch ne große Party für sie aufm Chlodwigplatz! Nein? Ach, da geht nicht.... Ja klar, aber zu uns schicken, das is fein!

Leute, niemand will den Kids was Böses! Die sollen feiern, wenn sie wollen. Und wenn die Stadt was für sie tun will, dann soll sie dezentrale und kleinere Angebote für sie schaffen. Aber das muss die Stadt regeln oder regeln lassen, das ist nicht der Job der Gastro.

Was aber nicht geht, ist die Kids zu Zehntausenden auf einen Fleck zu zentralisieren.
Das ist in urbanen Lagen nicht steuerbar, das ist nicht refinanzierbar, das ist nicht vertretbar für die Anliegerschaft, das entwickelt -wenn die derart geballt unter sich sind- auch eine ganz andere Dynamik, als wenn die sich in Gruppen unter andere mischen. Wer das nicht verstanden hat inzwischen, der soll einfach die Klappe halten!
Wer unsere Kölner Kids in eine Riesenveranstaltung wirft, der wird dafür sorgen, dass sich die Kids aus halb NRW, Benelux, Rheinland-Pfalz und Hessen mit anschließen. Wer das will macht aus 10.000 eben schnell die 100.000, die wir schon hatten und mehr. Das haben wir gesehen und das ist auf jede nur erdenkliche Weise unverantwortbar!!!

11/11/2025

Der 11.11.2025 ist in vollem Gange und es wird Zeit für ein kleines Zwischenfazit.

Insgesamt sind hier längst nicht mehr so viele Besucher zu verzeichnen, als noch zur Zeit der bespielten Uniwiese. Das nach und nach Entwöhnen der Kids von der Party-Zone zur klassischen Auslauffläche zeigt Wirkung. Nicht nur hinsichtlich der Gesamtmasse, auch hinsichtlich des Alters-Durchschnitts. Zwar ist der Schnitt immer noch recht jung, aber es sind jetzt so etwa die 16-23 jährigen, die hier das Bild prägen und nicht mehr die 12-16 jährigen, wie wir es bereits früher entsetzt mit ansehen mussten. Man sieht also auch sehr genau, wo die fehlende Masse sitzt, nämlich da, wo der gezielte Attraktivitätsschwerpunkt für genau diese Gruppe weggefallen ist. Die grundsätzliche Marschrichtung stimmt also.

Die Probleme liegen jetzt woanders. Auch wenn 50-60.000 Leute viel besser sind als 120-150.000 Leute, so sind das immer noch etwa doppelt so viele, wie wir vor Etablierung des Sperrkonzeptes hatten, bevor die Gegend rund um die Zülpicher Straße zum medialen Dauerthema gemacht wurde und die Party auf der Straße es sogar bis in die New York Times schaffte. Das bedeutet, das klassische Dreieck aus Zülpicher Straße, Roonstraße und Kyfhäuser Straße, das früher 90% der regelmäßig einkehrenden 25-30.000 Leute aufgenommen hat, kann den Job nicht mehr machen. In Ermangelung einer bespielten Uniwiese, wo sich die überschüssigen Menschenmengen sammeln konnten, die aber dummerweise diese Masse als Partylocation mit überregionaler Strahlkraft immer weiter hat anwachsen lassen, gehen die Leute nun halt primär auf die Lindenstraße bzw. von dort ins Belgische Viertel oder aber auf die Luxemburger Straße.
Um 10h war die Zülpicher Straße knallvoll. Um 11.11h so voll, daas es brandgefährlich wurde. Gegen 12h hat die Staadt die Zugänge ins Veedel gesperrt und seitdem laufen die restlichen Menschen via Luxemburger, Uniwiese, Linden- und Roonstraße rund ums Veedel im Kreis. Linden- und Luxemburger Straße sind inzwischen mit Feiernden gut gefüllt, der Autoverkehr läuft aber -fahrlässiger Weise- weiter.

Dieses Szenario bringt uns aber auch direkt zur Lösung des Problems. Wenn das klassische Dreieck die Menge nicht mehr auffangen kann, man aber auch keine Entlastungspartyzone einrichten darf, weil das dann noch mehr Leute zieht, dann muss man einfach den Laden (das Veedel) so lassen, wie es ist und einfach den Sperrbereich vergrößern, so dass alle reinpassen. Dann muss man nur noch dafür sorgen, dass die sich innerhalb des Sperrbereiches einfach und möglichst Barrierefrei verteilen können und an neuralgischen Stellen eben Bedarfssperren einrichten, um ein partielles Überlaufen der Zülpicher Straße zu vermeiden, so ähnlich, wie man das ja schon tut, nur halt konsequenter und weiter gefasst. Größerer innerer Bereich und innen halt mit Bedarfssperren für das notwendigste Crowdmanagement. In einem Areal zwischen Bhf. Süd, Luxemburgerstr., Lindenstr., Ring zwischen Babarossa- und Zülpicher Platz bringt man problemlos diese und im Zweifel auch deutlich größere Mengen unter. Ein solches Areal bräuchte keine Uniwiese mehr, auch nicht als Zugangsweg. Und ein solches Areal bildet keinen Zusatz-Hotspot.
Will man auf die Wiese verzichten und auch sonst keinen seperaten Großevent hochziehen, mit der Gefahr, Massen nicht umzuverteilen, sondern einfach noch weiter zu vergrößern, dann wird das der Weg sein, den man gehen muss. Denn eins muss uns allen klar sein. Auf die 25-30.000 von früher werden wir es nicht mehr zurückgeschraubt bekommen, dafür ist es durch den Zirkus der letzten Jahre einfach zu publik geworden. Wohl aber können wir es ein wenig reduzieren, vor allem das weitere Anwachsen verhindern und die Massen in einen kontrollierten und asphaltierten Bereich lenken und das Landschaftsschutzgebiet für alle Kölner intakt lassen.

Wir hoffen, es passiert heute nichts mehr weiter Schlimmes und der Tag geht friedlich in den Abend. Bleibt stabil!

Euer Gastro Kwartier Latäng

So, die Katze ist aus dem Sack.... Die Stadt will die Uniwiese weiter nutzen. Aber halt nicht so, wie sonst. Und DAS in ...
19/06/2025

So, die Katze ist aus dem Sack.... Die Stadt will die Uniwiese weiter nutzen. Aber halt nicht so, wie sonst. Und DAS in dieser Form begrüßen wir.

Waaaas? Wird der ein oder andere jetzt entgeistert fragen... Aber warum, ihr wart doch all die Jahre dagegen. Ja, stimmt. Sind wir auch immer noch. Aber man muss die Gesamtsituation betrachten und die ist wie folgt:

1. Wir waren gegen die Nutzung der Wiese, weil durch die Bespielung ein zusätzlicher Attraktivitätsschwerpunkt geschaffen wurde, der gar nichts mit der Zülpicher Str. zu tun hatte, der aber so nah dran war, dass das immer weiter ausgreifende Sperrkonzept uns das Geschäft nachhaltig ruiniert hat und vor allem auch, weil dieser zielgerichtet auf Jugendliche abgestimmt war und infolge dessen man alle Jugendlichen der Stadt zu uns ins Veedel zentralisiet hatte und darüber hinaus dann noch zehntausende aus vielen weiteren Landesteilen on top. Das war für uns als Gastronomen und auch für die Anwohner der Super-GAU, denn das hat das Veedel nachhaltig überfordert. So wurden dann aus 30.000 Menschen in der Spitze irgendwann dann 150.000 Menschen. Also völliger Schwachsinn, die Entlastungsfläche war eine Belastungsfläche. Aber es hat halt so stattgefunden und den Status-Quo können wir nicht ungeschehen machen.

2. Daraus ergibt sich die Frage, wie damit umgehen. Und hier gab (und gibt es noch) eine starke Lobby, die versucht hat, auf Teufel komm raus eine Veranstaltung daraus zu machen. Völlig negiert haben diese Leute halt all die Zeit den einfachen, aber entscheidenden Umstand, dass eine Veranstaltung keine Maßnahme mehr zur Gefahrenabwehr ist, sondern eben eine privatwirtschaftliche Angelegenheit. Eine solche kann im Landschaftsschutzgebiet nicht stattfinden und sie muss zudem refinanziert werden. Das geht aber nicht mit Bierverkauf allein, dafür musst Du ein Gelände absperren und Eintritt nehmen oder Dich dauerhaft von der Stadt alimentieren lassen. UND -und das ist das Entscheidende- Du erhältst einen Attraktivitätsschwerpunkt aufrecht, was bedeutet, Du ziehst immer weiter externe Besucher von außen zur Hightime in die Stadt, wo diese eh schon an den und teils auch über die Kapazitätsgrenzen hinaus ausgelastet ist. Daher waren wir nie Freunde einer Veranstaltung, egal wo die stattfinden sollte. Das war immer nur die zweitbeste Lösung. Wir haben uns eine Zeit lang dafür ausgesprochen, diese als Gefahrenabwehr getarnte Veranstaltung auf der Uniwiese "umzutopfen" und in einer anderen zentralen Lage zu platzieren, wo wir aber weniger Anwohner und versiegelte Flächen haben. Das haben wir getan, weil klar war, dass im Hintergrund ein Klüngel agiert, der lukrative Aufträge für befreundete Unternehmen erhalten wollte und diverse Versuche, diesen Klüngel auszuhebeln sehr schwierig und nur teilweise erfolgreich waren. Daher die Zweitbeste Lösung - Veranstaltung woanders. Sollen sie verdienen, aber bitte nicht mehr bei uns im Veedel, denn das geht kaputt und zwar nachhaltig. Aber: für die Stadt wäre es weiter teuer gewesen und die Überlastung der Stadt hätte nicht aufgehört, sondern wäre ggf weiter angewachsen. Denn es wäre weiter eine städtische Angelegenheit geblieben. Eine Veranstaltung ist nicht refinanzierbar und würde man sie so kommerzialisieren, dass sie tragfähig wird, dann würde man sich automatisch an eine andere Zielgruppe richten und die Kids von der Uniwiese wären nicht abgeholt und würden weiter dann die Gegend belagern. Das wäre dann der Super-GAU, das eigentliche Problem nicht lösen, dafür aber einen neuen Hotspot aufmachen.

3. Die Lösung die wir jetzt haben, wird zwar die Uniwiese noch eine Weile brauchen, aber die Stadt in Form von O-Amt Chef Mayer hat endlich verstanden, nachdem wir diese Wirkzusammenhänge Jahrelang gepredigt und erklärt haben, dass der Schlüssel in der Abrüstung liegt. Darin, das Geschehen weniger attraktiv zu machen und dafür zu sorgen, dass Jahr für Jahr wieder weniger Kids sagen, "ja, war geil da, nächstets Jahr wieder und dann bringt ich die ganze Hood noch mit...." Die Eskalationsspirale muss in die andere Richtung gedreht werden und das erreicht man nicht mit mehr, das erreicht man mit weniger Qualität. Und genau das versucht man jetzt: Fläche verkleinern, aber vor allem NICHT BESPIELEN. Keine Musik, kein Getränkeangebot. Nur Schutzräume und Toiletten. Also das, was eine Überlauffläche aus Sicherheitsgründen sein soll und eben kein verdecktes Festival. Dies wird für weniger Nachfrage sorgen, dies wird das Veedel entlasten, dies wird den städtischen und auch den Landeshaushalt entlasten. Also ja, wir stimmen dem erstmal zu!

4. Was wir der Stadt darüber hinaus empfehlen und sehr ans Herz legen wollen, sind 2 Dinge.
A: Macht zwei oder drei dezentrale und KLEINERE Angebote für die Kids aus Köln. Nichts mit zuviel Strahlkraft, nichts was uns wieder die Kids vom Westerwald bis Saarland, Benelux und Münsterland in die Stadt spült, aber nett genug, um unseren Kids einen schönen und sicheren Spot zum Karneval-Feiern zu ermöglichen. Dies geht mit kleinem Geld, dass ihr bei der Reduzierung des Sperrkonzeptes leicht in viel größerer Dimension einspart. Und dafür finden sich in Köln ganz sicher kreative Veranstalter, die dies gerne für Euch ausrichten, nur mit ein wenig Goodwill und einer geringen finanziellen Unterstützung der Stadt. Denn mit Kids kannst Du halt kein Geld verdienen, das wird immer ein Zuschussgeschäft bleiben. Aber wenn es unsere Kids sind, wenn es 10.000 und nicht 100.000 sind, dann ist das überschaubar und auch bezahlbar und darüber hinaus gut investiertes Geld!
B: Die Gastronomen des Kwartier Latäng haben seit 2018 in einer immer weiter andauernden Abwärtsspirale zu einem ganz überwiegenden Teil ihre Karnevalsumsätze eingebüßt. Diese sind aber für viele überlebenswichtig. Zum Teil liegt dies daran, dass das bisherige Sperrkonzept mit der Bespielung der Wiese strikt jugendliche Klientel ins Veedel gezogen hat, zum großen Teil aber auch daran, dass die teils irrwitzigen Sperren und erzwungenen Laufwege im Veedel ganz viele Lagen von den Besucherströmen abgeschnitten hat. Dieses Karneval haben wir zaghaft den ersten Versuch unternommen, mit der Öffnung der Heinsbergstraße zumindest die Kyffhäusertr. wiederzubeleben. Und dies hat der Straße sehr gut getan. Zwar sind wir längst noch nicht da, wo wir früher waren, aber es hat nach vielen Jahren zum ersten mal wieder Sinn gemacht, überhaupt die Läden zu öffnen. Bitte versucht auch an anderen Stellen weniger Laufweg-Blockaden einzurichten. Versucht, das innere Sperrkonzept weiter zu entrümpeln und von starren Sperren auf Bedarfssperren umzustellen. Lasst wieder mehr Zirkulation des Publikums zu. Die Gastro braucht das, selbst die, die vermeintlich mitten auf der Zülpicher Str. noch "Glück im Unglück" haben. Selbst dort machen wir inzwischen in der ganzen Woche grade noch soviel Umsatz wie früher an einem starken Tag allein, haben aber deutlich gestiegene Kosten dafür. Und das sind wie gesagt die, die Glück im Unglück haben, andere, deutlich benachteiligte Lagen haben wie gesagt, alles verloren. Wir stehen für Vorschläge wie immer hilfs- und gesprächsbereit zur Verfügung.

Danke für die Geduld dies zu lesen und herzliche Grüße

Euro Gastro Kwartier Latäng

Adresse

Kyffhäuser Str. 28a
Cologne

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