Bildstelle KGI Frankfurt

Bildstelle KGI Frankfurt ÖFFNUNGSZEITEN
im Semester
Mo, Di, Do 10–16 Uhr
Mi 10–14 Uhr
in den Semesterferien
Di, Do, 10–14 Uhr

Die Bildstelle produziert das digitale Bildmaterial für die Lehre und die Forschungsprojekte am Institut. Sie ist für die Sicherung der Bild- und Metadaten im Datenbanksystem ConedaKOR Frankfurt zuständig. Mit über 120.000 Abbildungen zu rund 85.000 Werken zählt unser Datenbanksystem auf Institutsebene zu den größten im deutschsprachigen Raum. Seit 2009 arbeiten wir mit dem Bilddatenbanksystem Con

edaKOR, das am Kunstgeschichtlichen Institut Frankfurt mitentwickelt wurde. Es basiert auf einem System virtueller Entitäten (Kunstwerk, Künstler, Ausstellung etc.), die miteinander verbunden werden. So entsteht ein Netz aus vielfältigen Informationen, die sich aus den verschiedenen Veranstaltungen, Quellen und Projekten speisen, auch, wenn diese zunächst nicht in unmittelbarem Zusammenhang stehen, können Verbindungen erkennbar werden. Als zukünftige Aufgabe und Herausforderung manifestiert sich daraus ein fächerübergreifender Einsatz, um das Bild mit seinen mannigfachen Zusammenhängen noch besser erschließen zu können. Die Qualität der Metadaten richtet sich im Wesentlichen nach den Vorlagen und wird durch eine Verlinkung zu gesicherten Normdateien (z.B. GND der Deutschen Nationalbibliothek, Union List of Artist Names, The Getty Research Institut) ergänzt. Migrierte Datensätze werden durch eine kontinuierliche redaktionelle Überarbeitung an den heutigen Standard schrittweise angeglichen.

https://forms.gle/LwZKp9QpJT2bLK5AABitte unterstützt die Nominierung mit dieser Online-Abstimmung.
07/04/2020

https://forms.gle/LwZKp9QpJT2bLK5AA

Bitte unterstützt die Nominierung mit dieser Online-Abstimmung.

Wir* vom Kunstgeschichtlichen Instituts der Goethe-Universität Frankfurt möchten Professor Jochen Sander für den "1822-Universitätspreis für exzellente Lehre" nominieren. Durch seine herausragende Lehre schafft er es, uns für kunstgeschichtliche Inhalte zu begeistern. Insbesondere sein Engagem...

KOR-Safari im März: Wolfgang Feierbachs Plastikhaus fg2000  Von außen Raumschiff, von innen LSD-Trip: Wolfgang Feierbach...
23/03/2020

KOR-Safari im März: Wolfgang Feierbachs Plastikhaus fg2000

Von außen Raumschiff, von innen LSD-Trip: Wolfgang Feierbachs Plastik-Bungalow sieht auch mehr als fünfzig Jahre nach seiner Landung im hessischen Altenstadt aus, wie geradewegs der Zukunft entschlüpft. Der weiße Quader mit konkaven Wänden, beidseitiger Schiebefensterfront und psychedelisch-buntem Innenraum wirkt außerirdisch neben Römerkastell und Kloster in der beschaulichen Wetterau. Das Objekt wurde 1968 im Schnellverfahren errichtet: Als morgens um sieben die Handwerker in Altenstadt anrückten, gab es nicht einmal eine Baugenehmigung für das Fertighaus aus Plastik. Zehn Stunden später stand die kühne Wohnvision mit dem futuristischen Namen fg2000. Die Zulassung hingegen ließ weitere fünf Jahre auf sich warten.

Zusammengesetzt ist das Plastikhaus aus 39 Kunststoffmodulen, die über einem geklinkerten Erdgeschosssockel auskragen. Auf einer Treppe aus, wie könnte es anders sein, Kunststoff gelangen die Besucher*innen ins Loft. Ganz ohne tragende Wände im Innenraum bietet das „moderne Kunststoffhaus für den modernen Menschen“, wie Feierbach es selbst nannte, 160 Quadratmeter frei bespielbare Wohnfläche. Neben offener Poggenpohl-Küche mit Bartheke und Silent Gliss-Vorhängen an allen Wandseiten ist auch das gesamte Mobiliar aus Kunststoff. Die Entwürfe für Badewanne, Bidet und Waschbecken, allesamt scharlachrot, stammen ebenso wie die Sitzmöbel und Schränke aus der Feder Feierbachs. Nur ein Frotteevorhang trennt das Badezimmer vom übrigen Wohnraum. Ein echter Blickfang ist auch das Rundbett – Plastiksockel mit Stoffüberzug –, das mit 14.724 D-Mark teurer war als ein Mittelklassewagen Anfang der Siebzigerjahre.

Mit einem Blick nach oben setzt sich die Zeitreise fort: Die gesamte Decke des Wohnraumes ist mit einem Dralon-Teppich im Swinging Sixties Look behangen; grell und poppig verleiht er dem Innen ein Flair von Schlaghosen und Bubikragen. Die Firma Bayer vertrieb seit den fünfziger Jahren die kuschelige Kunstfaser unter dem Slogan „Eine Faser für Europa“. Nicht weniger als der Kunststoff selbst stand sie für den Optimismus der Nachkriegszeit, den Aufbruch und eine Revolution der Werkstoffe. Passé waren natürliche Fasern wie Schafs- oder Baumwolle und ihre Abhängigkeit von den Launen der Natur. Den goldenen Jahren der Hochkonjunktur konnte es kaum synthetisch genug sein. Zu dicken Strängen geflochten säumt die Bayer-Faser den gesamten Plafond der Wohnfläche.

Der Zahn der Zeit hat vor diesem allerdings nicht Halt gemacht: Das siebenfarbige Muster hat seine Strahlkraft heute eingebüßt. Inzwischen wirken die dicken Stoff-Zotteln eher pastös als pompös. Ganz im Gegenteil dazu hat der glasfaserverstärkte Kunststoff, kurz GFK, aus dem Wände, Decke und das Mobiliar gefertigt sind, alle Erwartungen übertroffen. Zwölf Jahre Lebensdauer attestierten die Gutachter dem Plastikhaus – 52 sind es inzwischen und das extravagante Eigenheim ist bezugsfertig wie eh und je. Seit 2005 steht das Gebäude noch dazu unter Denkmalschutz.

Von Kira Kramer

(Unsere Autorin hat den erweiterten Text auch auf https://www.faz.net/aktuell/stil/drinnen-draussen/fg2000-wolfgang-feierbachs-wohnhaus-aus-plastik-von-1968-16688577.html veröffentlicht.)

🎄Die Bildstelle hat den Weihnachtsbaum aus Dia-Kästen geschmückt!🎄Jetzt können die Feiertage kommen. Wir wünschen euch a...
17/12/2019

🎄Die Bildstelle hat den Weihnachtsbaum aus Dia-Kästen geschmückt!🎄Jetzt können die Feiertage kommen. Wir wünschen euch allen eine fröhliche und erholsame Zeit und freuen uns schon jetzt, euch im neuen Jahr wieder bei uns begrüßen zu dürfen! Bis bald!⭐️🎀🕯🍾🎅

(Wir verabschieden uns ab dem 19. Dezember in die Winterferien und sind ab dem 2. Januar 2020 wieder für euch geöffnet.)

***Christus im Schwimmbad – unser Beitrag zum Semesterende***Von Valentin GroszKleine Details und feine Unterschiede mac...
22/07/2019

***Christus im Schwimmbad – unser Beitrag zum Semesterende***
Von Valentin Grosz

Kleine Details und feine Unterschiede machen, wie wir alle wissen, bisweilen handfeste Gegensätze. Großflächige Konflikte entfachen sich an zunächst nebensächlichen Ereignissen und Umständen. Gerade in religiösen Fragen spielen häufig vermeintliche Nebensächlichkeiten eine zentrale Rolle oder werden zur Grundlage jahrhundertelanger Diskussionen und heftiger Auseinandersetzungen. Verschiedenartigste Glaubensströmungen und dogmatische Lehren entwachsen ihnen.

Mit einem unscheinbaren Fund im Archiv der Bildstelle des Kunstgeschichtlichen Instituts Frankfurt könnte womöglich die Spur zu in Vergessenheit geratenen Fragestellungen, Forschungsansätzen oder gar einer Schule der Kunstwissenschaft aufgetaucht sein, deren Tradition endlose Verwehungen von Datensammlungen, Standpunkten und Herangehensweisen einst in dunkle Tiefen spülten.

Differenzen entfalten sich in solchen Fällen oft erst dann, wenn abstrakte Ideen zur konkreten Darstellung gebracht, Textstellen auf verschiedene Weisen interpretiert und bebildert werden oder Ikonographien sich verselbständigen. Kruzifixe, welche den gekreuzigten Christus mit einer Hand an einem prall gefüllten Geldbeutel zeigen, können, wie Umberto Eco es in seinem Roman ‚Der Name der Rose‘ beschreibt, als Symbol für diese, bisweilen tiefer liegende Überzeugungen offenlegen. Konkrete Vorstellungen werden dann auf ihre Quellen zurückgeworfen.

In unserem Fall handelt es sich um den Rahmen eines Kleinbild-Dias, der im Zuge eines Digitalisierungsprozesses von seinem Bild getrennt worden war. Da fand sich nun unter vielen anderen Dia-Rahmen, welche das gleiche Schicksal ereilt hatte – nämlich, dass das von ihnen gerahmte Bild ihnen entrissen worden war – jenes Fundstück, das einen außergewöhnlichen Fund nur bezeichnete. Die Rahmen hatten ja nur als Träger von Metainformationen zur eigentlichen Abbildung des Kunstwerkes dienen sollen.

Beim Vorführen eines Dias und in dem ihm eigenen Kontext der Präsentation in Verbindung mit dem Diaprojektor, waren eben diese jetzt übriggebliebenen Rahmen immer unsichtbar geblieben. Im Zweck, dem die Dias ja eigentlich ihre Existenz verdankten, der Vorführung selbst, mussten die Rahmen immer hinter die Kulissen verschwinden. Und doch wäre ohne sie auch genau diese Vorführung – gerade im wissenschaftlichen Rahmen – nicht möglich gewesen, weder wäre sie technisch ausführbar gewesen, noch hätten sich die unzähligen Bilder lemmatisch sortieren und konzeptualisieren lassen. Denn einerseits machten die Fassungen die Bilder für das Dia-Gerät erst projizierbar und, vielleicht wichtiger noch, dienten sie andererseits zur Beschriftung der Bilder mit den zugehörigen Daten, welche absolut unerlässlich für die wissenschaftliche Arbeit sind. Zugleich deren Resultat und Bestandteil ist gerade der Vortrag.

Es ist die kuriose Bezeichnung, die es trägt, durch die dieses Relikt eines wissenschaftlichen Betriebs zur neuen und besonderen Aufmerksamkeit gefunden hat:

CARRACCI, L.
Christus im Schwim̅bad von Bethesda

Nach einem erschrockenen Lachen löst sich sofort eine Flut von wilden Assoziationen, lebhaften Vorstellungen und brennenden Fragen. Hatten wir es nicht alle schon geahnt? Christus doch ein Life-Style-Guru, ein antiker Influencer, mit Man Bun und Hipsterbart, der sich zu seinem Unglück irgendwann in Dinge eingemischt hatte, welche er besser hätte unangetastet lassen sollen! Hier nun das Zeugnis einer Verbildlichung von eben dem Stoff, welcher im Verlauf der Geschichte nicht den Verwerfungen zwischen Motiven und Erzählungen standgehalten hat und nicht hinreichte, um als historischer Streitpunkt die Zeit zu überdauern. Zu profan um Geschichte zu schreiben?

Dabei wäre es doch ganz und gar nicht unvorstellbar, den Blick einer von Wellness- und Gesundheitswahn beherrschten Zeit an diesem wunderbaren Fundstück auch hinsichtlich des eigenen Anspruchs der Profanität zu schärfen.

Liebe Freunde der Bildstelle,am heutigen Tag feiert die Bilddatenbank ihr 10-jähriges Jubiläum. Wahnsinn! Zeit euch alle...
15/06/2019

Liebe Freunde der Bildstelle,

am heutigen Tag feiert die Bilddatenbank ihr 10-jähriges Jubiläum. Wahnsinn! Zeit euch allen einmal Danke zu sagen, dafür, dass ihr fleißig zu uns kommt, um eure Aufträge einzureichen, dass wir euer Ansprechpartner für qualitatives Bildmaterial sind, dass ihr mit uns zusammen tolle Projekte plant, unsere KOR-Safaris verfolgt oder bei uns ein Plätzchen zum arbeiten findet. Und natürlich auch all unseren tollen Mitarbeiter*innen und Ehemaligen ❤️ Wir hoffen auf viele weitere Jahre Bildstelle - wir haben schon große Pläne für die Zukunft ausgeheckt. Aber vorerst ein kleiner Kalauer: Erkennt ihr, mit welchem Wortwitz wir unser Jubiläum feiern?🥳🥳🥳

Herzlich
Eure Bildstelle

KOR-Safari Juni 2019 – Die Frankfurter Alte BrückeWer im mittelalterlichen Frankfurt von „Hibbdebach“ nach „Dribbdebach“...
11/06/2019

KOR-Safari Juni 2019 – Die Frankfurter Alte Brücke

Wer im mittelalterlichen Frankfurt von „Hibbdebach“ nach „Dribbdebach“ wollte, also von der Sachsenhausen in die Innenstadt, war auf die Alte Brücke angewiesen – denn eine andere Möglichkeit den Main zu überqueren gab es bis 1868 nicht. Die Verbindung der Mainufer war bereits seit dem 11. Jahrhundert ein wichtiges Wegekreuz zwischen Nord und Süd und trug wohl dazu bei, dass sich Frankfurt nicht nur zum Krönungsort von Königen und Kaisern entwickelte, sondern auch zur Messestadt; es ist also keinesfalls übertrieben die Alte Brücke Ausgangspunkt der Frankfurter Stadtentwicklung zu nennen.

Doch auch aus stadtbildprägender Sicht ist die massive Brücke aus rotem Mainsandstein ein wichtiger Teil der Uferszenerie. Nachdem sie im Laufe der Jahrhunderte 18 Mal zerstört und wiedererrichtet wurde, könnte man sie heute beinahe als „Neue Alte Brücke“ bezeichnen; ihre letzte Sanierung fand 2014 statt. Unter Berücksichtigung der alten Formen und des historischen Stils ließ man bei der Sanierung den geschichtlichen Hintergrund der Brücke nicht außer Acht: So befinden sich heute auf dem Bauwerk eine ebenfalls aus rotem Sandstein gehauene Statue des mythischen Stadtgründers Karl des Großen sowie ein Kruzifix, auf dessen Spitze der sagenumwobene Brickegickel thront.

Das Standbild Karl des Großen kam am 23. August 1843 als Schenkung des Städelschen Kunstinstituts an die Stadt Frankfurt zu seinem Platz auf der Brücke. Mittlerweile steht das von Karl Eduard Wendelstadt erschaffene Original im Historischen Museum Frankfurt, während sich auf dem Mainübergang nur noch eine Kopie befindet. Karl, König der Franken, und erster weströmischer Herrscher, der seit der Antike die Kaiserwürde erhielt, spielte in der Gründungsgeschichte der Stadt Frankfurt eine entscheidende Rolle: Der Sage nach sollen sich unter Karl die Franken auf der Flucht vor den Sachsen auf die nördliche Seite des Mains gerettet haben. Über den Main geleitet habe sie dabei eine Hirschkuh, welche die Franken aus göttlicher Barmherzigkeit in die „Furt der Franken“ führte – das heutige Frankfurt. Weitere Sagen behaupten, die Sachsen hätten sich an der anderen Seite niedergelassen, weshalb dieser Ort Sachsenhausen genannt wurde.

Es gibt aber auch die Variante, die überliefert, dass Karl der Große die Sachsen unterworfen habe und sie zur Siedlung auf fränkischem Boden genötigt habe. Die Mythen um die Gründung der Stadt wurden über die Jahrhunderte so weitergetragen, obwohl sie nicht der historischen Wahrheit entsprechen können: Denn bei dem Gründer Frankfurts handelt es sich wohl nicht um Kaiser Karl, sondern vielmehr um König Karl – also Karl Martell, den Großvater Karl des Großen.

Neben Karl dem Großen gilt auch der „Brickegickel“ (Brückenhahn) als Wahrzeichen der Alten Brücke: Schon auf der ersten Abbildung aus dem Jahr 1405 ist er zu sehen. Die Legende besagt, dass der Brückenbaumeister, nachdem er vergeblich zu den Heiligen gebetet habe, einen Pakt mit dem Teufel einging, um den Bau rechtzeitig zu beenden. Doch der Teufel forderte als Gegenleistung, die Seele des ersten Lebewesens zu erhalten, das die Brücke überquert. Der Brauch verlangte, dass diese Erstüberquerung dem Baumeister zufiel. Der Teufel hielt sein Versprechen und vollendete die Brücke innerhalb einer Nacht. Als der Baumeister vom Krähen eines Hahnes geweckt wurde, kam ihm die Idee zu seiner Rettung: Er trieb den Hahn über die Brücke – und entkam so dem teuflischen Pakt, wodurch der Teufel stattdessen die Seele des Hahnes erhielt. Beelzebub soll wegen dieses Betruges so wütend gewesen sein, dass er den Hahn kurzerhand in zwei Stücke riss und durch die Brücke warf.

Begibt man sich weg von den mythischen Überlieferungen und hin zum historischen Zusammenhang, erfährt man, dass 1401 das Kruzifix, auf welchem der Brickegickel thront, in der Mitte der Brücke aufgestellt wurde, um die tiefste Stelle des Mains zu markieren. Den Auftrag für das Kreuz erhielt der Schmied Mersefeldt, der es vermutlich nach einem aus Holz geschnitzten Vorbild aus dem Jahre 1340 herstellte. Beide Christusfiguren befinden sich heute im Historischen Museum.

An dieser Stelle des Flusses fanden jahrhundertelang Hinrichtungen statt; der Tod durch Ertränken war bis etwa 1500 die Häufigste Art der Exekution in Frankfurt. Während das Kruzifix den Verurteilten Trost spenden und auf die Vergebung der Sünden und die Gnade Gottes hinweisen sollte, stand der darüber angebrachte Hahn für die Verleugnung Jesu durch Petrus, wurde also als Zeichen der Reue gesehen und ermahnte die zum Tode Verurteilten zur Buße, kurz bevor sie starben - 1613 fand die letzte Hinrichtung dieser Art statt.

Um die Alte Brücke ranken sich viele weitere Sagen und Legenden und es gibt noch einiges mehr über sie zu berichten – von gestern, heute und sicherlich auch noch morgen. Einen Besuch ist sie auf jeden Fall wert; egal ob man sie fußläufig oder im Auto überquert, auf dem Schiff unter ihr hindurch fährt, oder sich einfach nur am Mainufer zu ihren Pfeilern niederlässt und ein paar Stunden am Mainufer genießt.

Text und Fotografien von Marlène Heinzinger.

KOR-Safari – April 2019: Das Kurbad KönigsteinWellness und Brutalismus – eine ungewöhnliche Kombination: Steht Ersteres ...
30/04/2019

KOR-Safari – April 2019: Das Kurbad Königstein

Wellness und Brutalismus – eine ungewöhnliche Kombination: Steht Ersteres doch für das Wohlbefinden, während Letzteres bei vielen Menschen das Gegenteil auslöst, und doch, das Kurbad Königstein lässt sich wohl am besten so beschreiben. Obwohl seine Wulstformen, sein Material sowie die ausladenden Terrassen typische Stilelemente des architektonischen Brutalismus sind, ist eines ungewöhnlich: Die grellen orange-blauen Komplementärfarben, in welchen der Betonbau bestrichen ist. Sind brutalistische Bauten, wie ihr Name verrät, üblicherweise betongrau, ist das Kurbad von außen wie auch von innen, man kann es nicht anders sagen, quietschbunt. So ist das Kurbad zwar eingebettet in den Taunuswald unweit der Königsteiner Stadtmitte, wirkt aber doch wie ein Fremdkörper.

Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg war zum ersten Mal ein Gesundheitszentrum für den heilklimatischen Kurort Königstein im Gespräch. Doch erst in den 1960er Jahren, nachdem Krieg und Wiederaufbau das Vorhaben verzögerten, folgte die Gründung einer Kommission, welche die Stadt mit der Konzeption eines Kurbades beauftragte. Nachdem dann endlich das Grundstück für den Bau feststand, schrieb das Gremium einen Wettbewerb aus, woraufhin mehrere Architekt*innen ihre Konzepte einreichten – das Stuttgarter Architektenpaar Ingeborg und Rudolf Geier, die schon 1970 den niedersächsischen Kurort Bad Bevensen mitgestaltet hatten, erhielten schließlich den Auftrag.

Beinahe drei Jahrzehnte vergingen vom ersten Beschluss bis zum Baubeginn 1975. Die Errichtung des skulpturalen Hallenbads aus Stahl, Beton und Glas dauerte gerade einmal zwei Jahre. Mit der künstlerischen Gestaltung beauftragte man den Stuttgarter Künstler Otto Herbert Hajek, ihm verdankt das Gebäude seine auffällige Farbgebung in leuchtendem Blau und Orange. Blau, so Hajek, stehe für die Ruhe und Orange verkörpere die Lebensfreude; beides seien Merkmale, die den gesunden Menschen ausmachten. Große Teile der Königsteiner Bevölkerung sahen das ganz anders – um die Farbgestaltung tobte lange eine erbitterte Diskussion, bei der sich Hajek letztendlich durchsetzte. Die Farben begleiten die Besucher*innen durch das gesamte Bad: Mal erscheinen sie als polychrome Flächen, mal zieren sie als abstrakte Muster, wie im Eingangsbereich, die Wände.

Ergänzend zum Hallenbad gibt es heute ein Außenbecken sowie einen Ruhebereich, welche erst viele Jahre später hinzukamen. Eine Sonnenterrasse, als auch mehrere Bereiche für verschiedene Wellnessangebote bieten dem Erholungssuchenden zusätzliche Kurmittel. Seit 2013 hat das blau-orangene Gebäude den Status eines Kulturdenkmals. Diesen verdankt es nicht bloß der architektonischen Gestaltung, sondern vielmehr dem außergewöhnlichen Zusammenspiel aus Architektur und bildender Kunst, die aus dem Kurbad ein Gesamtkunstwerk macht.

Fotos und Text von Por Célan (Handan Zeylan) mit freundlicher Genehmigung des Kurbades Königstein.

Mini-KOR-Safari aus der Bildstelle – April 2019:Zwei stachlige Kakteengewächse drängen sich an einem stürmischen Frühjah...
01/04/2019

Mini-KOR-Safari aus der Bildstelle – April 2019:

Zwei stachlige Kakteengewächse drängen sich an einem stürmischen Frühjahrsmorgen nah aneinander, um sich gegenseitig wohltuende Nähe zu schenken. Doch bald empfinden sie den Schmerz ihrer Stacheln und so stoßen sie sich wieder voneinander ab.

Wenn nun den Bedürfnis nach Zuneigung sie wieder zusammenbringt, so wiederholt es sich, dass sie einander zahlreiche Stiche versetzten. Zwischen diesen beiden Übeln hin und her geworfen, finden sie endlich die mäßige Entfernung zueinander: Zwar wird nun das Verlangen nach der Zärtlichkeit des Anderen nur unvollkommen befriedigt, aber auch der Stich seiner Dornen als weniger schmerzlich empfunden.

Mit dieser kleinen Parabel über unsere Bildstellen-Kakteen, frei nach dem Schopenhauer'schen Aphorismus "Die Stachelschweine", begrüßt Euch die Bildstelle zum neuen Semester. Ab morgen haben wir wieder geöffnet: Dienstag und Donnerstag 10-14 Uhr. Kommt vorbei :)

KOR-Safari – März 2019: Rosenhöhe in DarmstadtDer Landschaftspark der Rosenhöhe, unweit der Mathildenhöhe, besticht durc...
25/03/2019

KOR-Safari – März 2019: Rosenhöhe in Darmstadt

Der Landschaftspark der Rosenhöhe, unweit der Mathildenhöhe, besticht durch seine reizvolle Lage am Stadtrand von Darmstadt und leitet fast unmerklich in die offene Landschaft des Oberfeldes über. „Vor allen anderen lächelt mir dieser Erdenwinkel“, begeisterte sich die Gründerin Großherzogin Wilhelmine. Der Schwetzinger Landschaftsgärtner Michael Zeyer hatte zusammen mit dem Architekten Georg Moller dieses Kleinod zu Beginn des 19. Jahrhunderts angelegt.

Zunächst nur als bukolischen Garten mit vielen romantischen Versatzstücken, wenig später aus traurigem Anlass auch als Friedhof, denn 1826 starb die kleine Tochter Elisabeth. Georg Moller baute für sie das sogenannte Alte Mausoleum. Noch weitere Gedenkstätten sollten folgen. 1905-10 erbaute Karl Hoffmann das Neue Mausoleum für die Eltern des Großherzogs Ernst Ludwig, auch seine Geschwister sind dort beigesetzt.

Der Bau erinnert durch seinen kreuzförmigen Grundriss und den Turm im Mittelpunkt an das Grabmal der Galla Placidia in Ravenna. Ganz in der Nähe befinden sich weitere Gräber, allen voran das der früh verstorbenen und vom Großherzog vergötterten Tochter Elisabeth, dem Prinzesschen. Es wird durch einen lebensgroßen, knienden Engel geschmückt, den Ludwig Habich 1903/04 schuf. Auch der Großherzog Ernst Ludwig selbst wurde hier beigesetzt, sowie beinahe seine ganze Familie, die nur kurze Zeit nach seinem Tod bei einem Flugzeugabsturz tragisch ums Leben kam.

Doch wenden wir uns wieder der heiteren Seite des Parks zu und verlassen den durch dunkle Gehölze gekennzeichneten Teil in Richtung Rosarium. „Um dem schönen Namen Rosenhöhe in vollem Maße gerecht zu werden, entschloss ich mich, einen Rosengarten zu schaffen, wie man ihn in Deutschland noch nicht kannte.“ So gesagt und getan vom Großherzog um 1900. An der höchsten Stelle des Parks erhebt sich das nach historischem Vorbild wiederhergestellte Rosarium. Weitläufige Wiesen, Kräuter- und Obstbaumgärten und viele exotische Baumarten sowie die ganze Struktur des einstigen Landschaftsgartens können heute wieder nachempfunden werden.

Wir verlassen schließlich den Park durch das fulminante Löwentor. Auf sechs Klinkerpfeilern thront je ein Löwe aus Gussbeton. Die Darmstädter sprechen liebevoll von „niesenden Igeln“. Es ist ein Gemeinschaftswerk des Bildhauers Bernhard Hoetger und des Architekten Albin Müller, das ursprünglich den Eingang zur 4. Ausstellung der Darmstädter Künstlerkolonie 1914 markierte, wenn auch die Portalarchitektur damals noch eine andere war. Die Neuaufstellung auf der Rosenhöhe erfolgte 1927.

Wer jetzt noch Lust hat, kann zur von dort bereits sichtbaren Mathildenhöhe weiter pilgern.
Fotografien und Text von Doris Reichert (Lizenz CC BY-SA 4.0)

KOR-Safari – Februar 2019: Kelkheimer RettershofDer Kelkheimer Rettershof liegt in der bezaubernden Landschaft des Taunu...
26/02/2019

KOR-Safari – Februar 2019: Kelkheimer Rettershof

Der Kelkheimer Rettershof liegt in der bezaubernden Landschaft des Taunus-Gebirges, unweit von Fischbach. Selbst die Brüder Grimm hätten ein Hofgut nicht märchenhafter in Erscheinung treten lassen können: Am sattgrünen Waldrand gelegen, von einem Bach gesäumt, davor blühende Wiesen und bestellte Äcker. Das Gut befindet sich seit 1980 im Besitz der Stadt und lockt jährlich tausende Besucher*innen aus Nah und Fern an.

Der Hof war im Jahr 1146 als Prämonstratenser-Kloster, mit Mönchen als auch Nonnen, gegründet worden, um etwa 1200 wurde es zu einem reinen Frauenkloster. Die Nonnen – meist Töchter aus dem niederen Adel – widmeten sich dort der Seelsorge, der Krankenpflege und der Armenfürsorge. 1559 kam es zur Auflösung des Klosters durch den lutherischen Landesherren Graf Ludwig von Stolberg-Königstein und wurde wenig später zu einem landesherrschaftlichen Domänengut, das zahlreiche Gutsherren bewirtschafteten.

Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde die Domäne niedergebrannt. Von den alten Klosterbauten zeugen heute noch einige Bruchstücke der Architekturteile aus Basaltschlacke, die in die Umfassungsmauer der einstigen Dungstätte in der Mitte des Hofes eingemauert sind. Außerdem wird vermutet, dass ein Teil der dicken Grundmauern sowie ein Kellergewölbe noch aus der Klosterzeit stammen. Trotz des Wiederaufbaus und häufig wechselnder Gutsherren, blieb der Grundriss über die Jahrhunderte unverändert.

Der Engländer Frederik Arnold Rodewald zu Feldheim erwarb im Jahre 1884 das Hofgut. Die jährliche Erbleihgabe an die Domäne aus dem Jahr 1869, die etwa 934 Mark betrug, wurde von ihm mit einer Zahlung von 18.693 Mark abgelöst. Dadurch ging der Rettershof erstmalig vollständig in Privateigentum über. Ein Jahr später ließ er ein Herrenhaus auf einer Anhöhe über dem Hofgebäude im englischen Tudorstil erbauen. Schließlich erwarb Felix von Richter 1924 den Hof. Die Familie Richter prägte nicht nur das heutige Erscheinungsbild, sondern sicherte auch die Wirtschaftlichkeit des Gutes.

Im vergangenen Jahr fielen Teile des Rettershof dann erneut einem Brand zum Opfer: Die historischen Stallungen brannten ab, wie auch Teile des Hofgutes – die Stadt kündigte jedoch sogleich den Wiederaufbau des zerstörten Gebäudeteils an.

Fotografien und Text von Fabian Ohlenschläger. (Lizenz CC BY-SA 4.0).

„Verortungen“ – Rundgang der Kunstpädagogik an der Goethe-Universität Frankfurt (Veranstaltungsempfehlung)‚Die Keksfabri...
06/02/2019

„Verortungen“ – Rundgang der Kunstpädagogik an der Goethe-Universität Frankfurt (Veranstaltungsempfehlung)

‚Die Keksfabrik‘, das alte Backsteingemäuer, dessen Schornstein neben der Universitätsbibliothek in die Höhe ragt, beherbergt seit vielen Jahrzehnten das Institut für Kunstpädagogik. Auf besondere Weise hat dieser Ort Arbeit und Lehre hier beeinflusst; nicht zuletzt durch die Aneignung der Räumlichkeiten als Werkstätten und Ateliers.

Doch der Umzug auf den Campus Westend rückt näher und noch bevor die Erinnerung an das markante Gebäude verblasst, soll die Geschichte dieses besonderen Standortes, sowie sein Einfluss auf das Institutsleben in dieser Ausstellung beleuchtet werden. Eröffnet wird sie an diesem Donnerstag ab 18 Uhr mit einem Rundgang durch die Ausstellung.

Eröffnung des Rundgangs: 7. Februar 2019, 18-22 Uhr (Sophienstraße 1-3); Ausstellung: 8. + 9. Februar, 12-20 Uhr

Auf ein Projekt, das in Kooperation mit der Bildstelle des Kunstgeschichtlichen Instituts entstanden ist, möchten wir hier noch besonders hinweisen:

Es widmet sich der Arbeit mit einem Medium, welches den meisten Studierenden heute fremd geworden sein dürfte - dem Dia. Die umfangreiche Sammlung des Kunstgeschichtlichen Instituts, wie auch die Dia-Lehrsammlung der Kunstpädagogik, sind inzwischen überflüssig geworden. War Lehre und Forschung in diesen Fächern viele Jahrzehnte ohne Kleinbilddias undenkbar, so sind sie heute durch die digitalen Bildmedien vollkommen ersetzt.

Eine Auseinandersetzung mit dem Medium Dia und der damit verbundenen Methodik, soll in den nächsten Monaten künstlerische Umsetzungen erfahren; der Diabestand wurde hierzu freigegeben. Das Projekt [DIA] wird auf dem Rundgang zunächst vorgestellt und bereits mit einigen Arbeiten bestückt. Weitere Präsentationen und Veröffentlichungen werden folgen.

Fotos: Ann-Kathrin Agethen/Doris Reichert
Text: Doris Reichert/Kira Kramer

Adresse

Senckenberganlage 31
Frankfurt
60325

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Montag 10:00 - 16:00
Dienstag 10:00 - 16:00
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