09/02/2024
Das Wintersemester 2023/2024 ist nun erfolgreich abgeschlossen. An dieser Stelle sei schon ein erster Ausblick auf die kommenden Veranstaltungen und das Sommersemester 2024 gegeben:
Noch im Februar findet eine Exkursion der Japanologie Frankfurt zur Messe DeDeCo 2024 in Dresden statt. In einem studentischen Panel werden dort am 23.2. Ergebnisse des seit Oktober 2022 laufenden „J-Games“ Projekts vorgestellt.
Ein Highlight im Sommer wird der Übersetzerworkshop "J-Content". Die Veranstaltung musste im WS 23/24 leider entfallen und soll mit leicht modifiziertem Programm am 11.-12. Juli 2024 nachgeholt werden.
Einige Arbeitsgemeinschaften werden das Pflichtcurriculum im SoSe24 wieder ergänzen: Zu nennen sind das Angebot Literaturübersetzung aus dem Japanischen von Kimiko Nakayama-Ziegler (Thema: Yoshiyuki Junnosuke) sowie die AG Fukushima Archiv in Kooperation mit dem Universitätsarchiv. Auch die AG Digitale Japanologie und Shiranui werden im Sommer 2024 fortgeführt.
--Ausgewählte Seminarinhalte--
"Umweltgeschichte Japans" (Modul BA J8.1/Kinski)
Hoimar von Ditfurth befasste sich bereits 1978 in zwei Folgen der ZDF-Sendung Querschnitt unter dem Titel „Der Ast, auf dem wir sitzen“ mit dem, was er schon damals „Klimakatastrophe“ und „Treibhauseffekt“ nannte. Beides wird anschaulich und für ein breites Fernsehpublikum leicht verständlich erklärt […] Zur gleichen Zeit wurde in Fernsehsendungen über Japan die Naturverbundenheit der dortigen Menschen in mystifizierender kulturalistischer Weise angesprochen und zu einem auch heute noch anzutreffenden Klischee verdichtet - trotz der auch damals schon offensichtlichen Überbevölkerung der urbanen Ballungsräume und der zu Berühmtheit gelangten Umweltkrankheiten (Itai-Itai-Krankheit, Minamata-Krankheit, Yokkaichi Asthma). Die Veranstaltung will sich der Frage nach dem Verhältnis der auf der japanischen Inselkette lebenden Menschen zu ihrer Umwelt in einem historischen Überblick nähern und verschiedene Phasen unter Einbezug japanischsprachiger Materialien untersuchen.
„Horror Hören“ (BA J12/Gebhardt)
Seit einiger Zeit bietet das Internet-Forum (YouTube) Gomadango no Kaiki na Channeru ごまだんごの怪奇なチャンネル die Möglichkeit, japanische Horrorgeschichten im Audioformat zu rezipieren. Die Stimme des Vorlesers „Gomadango“ und dessen ausgezeichnete japanische Prosodie machen den Vortrag sehr eingängig. Die Beschäftigung mit dem Forum, der wir uns widmen wollen, bietet also zum einen eine gute Hörübung des Japanischen, zum anderen geben die erzählten Inhalte die Aufgabe vor, japanische Folklore, urban legends (toshi densetsu) sowie typische Horrorszenarien aus Japan und das Repertoire japanischer Okkultfans (unheimliche Erinnerungen, Geistermutproben etc.), d.h. die Welt des japanischen Grusels und ihre kulturellen Muster auf japanologischer Basis nachzuvollziehen und zu analysieren.
„Japanische Besatzungsliteratur“ (BA J8.2/Chappelow)
Anschließend an vergangene Kurse zum Thema „Amerika“ in der japanischen Gegenwartsliteratur wird sich im Sommersemester 2024 eine Gruppe des Moduls BA J8.2 Literatur und Kultur II mit der japanischen Besatzungsliteratur beschäftigen. Diese Texte formten zu Beginn des japanischen Nachkriegssystems ein Bewusstsein für die neue real- und kulturpolitische Situation des Landes nach 1945. Im lektüreintensiven Seminar werden Texte von Autoren wie Ôe Kenzaburô, Kojima Nobuo und Nosaka Akiyuki besprochen, dabei methodische und theoretische Überlegungen auf „Landesliteratur“ (koku bungaku) im Zeichen von Besatzung angestrebt.
Wir freuen uns auch mitteilen zu können, dass Dr. Pia Schmidt und Rieko Akutsu M.A. im Sommersemester 2024 wieder mit Lehraufträgen das Fach unterstützen werden.
Für die vorlesungsfreien Wochen wünschen wir Ihnen eine schöne Zeit und die Muße für manchen ertragreichen Bibliotheksbesuch bis zum Frühling!
Ihre Japanologie Frankfurt