Frank-Loeb-Institut

Frank-Loeb-Institut Wir organisieren politische Diskussionsveranstaltungen mit VertreterInnen aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Gründungsdirektor des Instituts war Prof.

Das Frank-Loeb-Institut Landau (FLI) ist eine zentrale Einrichtung der RPTU Kaiserslautern-Landau. Es besteht seit 1997 und wurde als institutioneller Ausdruck der besonderen Verbindung von Universität, Stadt und Region gegründet. Im Jahr 2009 hat die Universität Koblenz-Landau dem Institut den Status einer „besonderen wissenschaftlichen Einrichtung“ (nach § 97 Hochschulgesetz) verliehen. Seit übe

r 15 Jahren versucht das Institut, insbesondere durch öffentliche Veranstaltungen mit relevanten Personen aus Wissenschaft, Politik und Justiz (wissenschaftlichen) Transfer in die Gesellschaft zu leisten und Diskursräume zu ermöglichen. Die Veranstaltungsbreite reicht dabei von großen, jährlich organisierten Reihen, wie den Hambacher Gesprächen oder den Landauer Akademiegesprächen bis hin zu kleinen Einzelveranstaltungen. Einmal im Jahr vergibt das Institut, gemeinsam mit dem Präsidenten der Universität, die Frank-Loeb Gastprofessur. Die Universität kommt mit dem Frank-Loeb-Institut insofern schon seit langem einer Aufgabe nach, die heute als ‚Third Mission‘ der Universitäten bezeichnet wird: neben klassischer Forschung und Lehre in die Gesellschaft hineinzuwirken. Das Frank-Loeb-Institut arbeitet dabei eng mit Einrichtungen innerhalb und außerhalb der Universität zusammen. So bestehen beispielsweise langjährige Kooperationen mit der Landeszentrale für politische Bildung, der Evangelischen Akademie der Pfalz, der Europaunion Südpfalz, dem Verein Kulturzentrum Altstadt oder mit der Gesellschaft für Sicherheitspolitik. Dr. Ulrich Sarcinelli. Benannt ist das Institut nach seinem Sitz, dem Frank-Loeb Haus in der Kaufhausgasse 9 der Stadt Landau. Das Haus, aus dem ursprünglichen Besitz von Sophie Frank (aus der Familie von Anne Frank) und dem Bankier Leo Loeb steht für die leidvolle Geschichte der Juden in Landau und in der Südpfalz. Das FLI ist eine Forschungsstelle für Politikvermittlung und internationale Verständigung. Forschung findet insbesondere im Bereich der politischen Kommunikationsforschung, Fragen der Politikvermittlung, sowie Fragen der europäischen und internationalen Politik statt. Die Arbeit des Instituts wird unterstützt durch einen Trägerverein, dem der Oberbürgermeister der Stadt Landau im Wechsel mit dem Präsidenten der Universität vorstehen und dem weitere juristische und natürliche Personen angehören. Wenn Sie die Arbeit des FLI unterstützen möchten, können sie Mitglied in diesem Trägerverein werden. Geleitet wird das Institut durch seine wissenschaftliche Direktorin Prof. Dr. Manuela Glaab und den Geschäftsführer des Instituts Dr. Hans-Ludwig Buchholz.

🌍 Hambacher Gespräche 2026 – Machtverschiebungen„Wenn wir nicht mit am Tisch sitzen, landen wir auf der Speisekarte.“Ein...
23/04/2026

🌍 Hambacher Gespräche 2026 – Machtverschiebungen

„Wenn wir nicht mit am Tisch sitzen, landen wir auf der Speisekarte.“

Ein Satz, der die aktuelle Weltlage kaum treffender beschreiben könnte.

Zwischen geopolitischen Spannungen, wirtschaftlicher Stärke und dem Anspruch, ein Zentrum liberaler Demokratie zu bleiben, steht Europa an einem entscheidenden Wendepunkt.
Wie kann sich die EU in einer zunehmend unberechenbaren Welt behaupten? Und ist sie bereit, ihre Rolle neu zu definieren?

👉 Im Mittelpunkt dieser Veranstaltung steht die Frage:
Wird Europa den Moment nutzen, um sich neu zu erfinden?

🎤 Mit:
Michael Roth & Dr. Jacqueline Boysen

📅 Dienstag, 5. Mai
🕖 19:00 Uhr
📍 Hambacher Schloss
🎟️ Eintritt frei

📩 Anmeldung per Mail an:
[email protected]

Swipe ➡️ für mehr Infos.

👉 Welche Rolle nimmt Wissenschaft im politischen Raum ein?👉 Wie kann Wissenschaft auch in schwierigen Zeiten kommunizier...
05/03/2026

👉 Welche Rolle nimmt Wissenschaft im politischen Raum ein?
👉 Wie kann Wissenschaft auch in schwierigen Zeiten kommunizieren, ohne selbst politisiert zu werden?
👉 Wie sollten Wissenschaftler*innen mit Anfeindungen und Angriffen umgehen?

Über diese Fragen diskutierten wir in der vergangenen Woche im Alten Kaufhaus Landau. Die Podiumsdiskussion „Wissen. Macht. Meinung. Zur Verflechtung von Wissenschaft, Politik und Medien“ wurde organisiert vom Potentialbereich SCOPE der RPTU, dem Frank-Loeb-Institut der RPTU und der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft.

Dr. Hanna Proner (Director Science & Talent Solutions bei ZEIT MEDIA) moderierte ein Podium, dass die verschiedensten Aspekte von Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation abdeckte:
- Prof. Dr. Hans-Jürgen Bucher ist Linguist und forscht am Karlsruher Institut für Technologie über Wissenschaftskommunikation
- Dr. Eva-Maria Grommes von der TH Köln betreibt u.a. auf TikTok erfolgreiche Wissenschaftskommunikation über ihre Forschung zu nachhaltigen Technologien
- Dr. Eva Wilke berichtete als Vizepräsidentin für Forschung im Bereich Industrielle Biotechnologie bei der BASF aus der industriellen Forschung
- Mag. Uwe Steger leitet die Öffentlichkeitsarbeit an der Universität Innsbruck
- Kristin Küter unterstützt bei Scicomm-Support Wissenschaftler*innen gegen Angriffe und in unsachlichen Konflikten

Alle fünf Panelist*innen waren sich einig, dass eine Politisierung von Wissenschaft nur zu Verlierern führe: Die Gesellschaft verliere den differenzierten, von Bedingtheiten geprägten Blick der Forschung und erlebe eine Verengung des Diskurses, wenn wissenschaftliche Ergebnisse als politische Handlungsanweisungen missverstanden oder missbraucht werden. Gleichzeitig gerieten Wissenschaftler*innen unter Druck und könnten nicht mehr gefahrlos kommunizierten.

Forschende und Wissenschaftskommunikator*innen könnten hier zumindest ein wenig gegensteuern, indem sie ihre Methoden erklärten, eigene Expertisen und deren Grenzen transparent machten, sich nicht zu stark auf die Schnelllebigkeit von Medien und Politik einließen und alle Fragen (auch besonders kritische) an ihre Forschung ernsthaft beantworten.

Generell funktioniere Wissenschaftskommunikation gut und die übermäßige Politisierung werde nur in bestimmten Fällen problematisch. Kippunkte seien vor allem dann zu erwarten, „wenn Emotionen und Weltanschauungen ins Spiel kommen“, argumentierte Prof. Bucher. In solchen Momenten – oftmals gesellschaftliche Krisensituationen – werde Wissenschaftskommunikation zur Krisenkommunikation und es gälten besondere Vorsichtsmaßnahmen. Kommunikationsmaßnahmen sollten hierauf vorbereitet sein.

Im Falle von Angriffen sei es besonders wichtig, zusammenzustehen. Rückendeckung durch Kolleg*innen, Kommunikationsabteilungen und Universitätsleitungen sei entscheidend, wenn einzelne Forschende für ihre Forschungsergebnisse und auch persönlich angegangen werden.

Sollte Politik stärker auf Wissenschaft hören? 🏛️🧑‍🔬Wem vertrauen Menschen in Krisenzeiten? Und was passiert, wenn wisse...
17/02/2026

Sollte Politik stärker auf Wissenschaft hören? 🏛️🧑‍🔬

Wem vertrauen Menschen in Krisenzeiten? Und was passiert, wenn wissenschaftliche Fakten plötzlich zum Streitpunkt werden? Fragen wie diese beschäftigen viele Menschen – ob beim Thema Klimaschutz, Energiepreise oder Gesundheitspolitik.

📍 Wo: Altes Kaufhaus Landau

⌚ Wann: 25.02.26, 19:00 – 21:00

🗨️ In dieser öffentlichen Podiumsdiskussion der RPTU Kaiserslautern-Landau beleuchten wir genau dieses Spannungsverhältnis. Fachleute aus Wissenschaft, Wissenschaftskommunikation und Praxis sprechen darüber, wie wissenschaftliche Erkenntnisse politische Entscheidungen beeinflussen – und warum diese Zusammenhänge zunehmend gesellschaftliche Debatten prägen.

🎯 Im Mittelpunkt stehen Erfahrungen von Forschenden aus der universitären Grundlagenforschung, angewandter Forschung und Industrie sowie die Frage, wie wissenschaftliche Erkenntnisse in politisch aufgeladenen Zeiten und unter dem Druck von Medien um die Gewinnung von Aufmerksamkeit vermittelt werden können. Auch geht es um die Frage, welchen Herausforderungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei begegnen.

🎤 Mit uns diskutieren: Carolin Müller-Spitzer, Linguistik-Professorin am Leibniz-Institut für Deutsche Sprache in Mannheim, Linguistik-Professor Hans Jürgen Bucher vom Karlsruher Institut für Technologie, Eva Wilke, Vizepräsidentin für Forschung im Bereich Industrielle Biotechnologie bei der BASF, Uwe Steger, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Universität Innsbruck und Kristin Küter von Sci-Comm-Support, der nationalen Anlaufstelle bei Angriffen und unsachlichen Konflikten in der Wissenschaftskommunikation. Als Moderatorin führt Hanna Proner vom ZEIT-Verlag durch den Abend.

🗣️ Die Diskussion bietet spannende Einblicke hinter die Kulissen von Wissenschaft, Politik und Medien – verständlich erklärt und offen für Fragen aus dem Publikum. Sie richtet sich an alle Interessierten, die verstehen möchten, wie wissenschaftliche Erkenntnisse, politische Entscheidungen und mediale Berichterstattung zusammenwirken.

🎫 Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Wir bitten um Anmeldung an: mediendiskurse2026[at]rptu.de

👉 Zerbricht unsere Demokratie?Diese Frage stellte Prof. Dr. Wolfgang Merkel in der vergangenen Woche in den Mittelpunkt ...
05/02/2026

👉 Zerbricht unsere Demokratie?
Diese Frage stellte Prof. Dr. Wolfgang Merkel in der vergangenen Woche in den Mittelpunkt seines Vortrags im Alten Kaufhaus Landau. Exemplarisch beschäftigte er sich dafür mit dem Konzept der wehrhaften Demokratie und der Herausforderung extremistischer Parteien in der Demokratie. Der Vortrag von Prof. Merkel bildete den Abschluss unserer Ringvorlesung „Demokratie: Geschichte. Gegenwart! Zukunft? Eine Reihe zum Mitdenken“.

Prof. Merkel begann seine Argumentation mit einem Blick auf die Debatte um ein AfD-Verbot. Kann das Zerbrechen der Demokratie aufgehalten werden, kann die demokratische Gesellschaft zusammengehalten werden, indem eine Partei verboten wird, welche der Verfassungsschutz als rechtsextremistisch einstuft?
Den theoretischen Rahmen dieser Debatte skizzierte Merkel in der Gegenüberstellung von Hans Kelsen und Karl Loewenstein.
Kelsen habe als „Kronzeuge einer extrem liberalen Demokratie“ ein Rechtsdenken entwickelt, das Parteiverbote (mit Ausnahme offen gewalttätiger Parteien) strikt ablehnt. Solche Verbote seien intolerant und gegen die Freiheit gerichtet. In der Anwendung dieses Instruments wende sich die Demokratie gegen ihre eigenen Grundwerte. Kelsen habe eine kompromisslose Prinzipientreue, die zwar bewundernswert, in der Praxis aber auch deprimierend sei, schlussfolgerte Merkel.
Loewenstein habe indes aus den Erfahrungen des Nationalsozialismus die Lehre gezogen, „der Faschismus könne nur auf seinem eigenen Feld mit eigenen Waffen geschlagen werden“. Angesichts demokratiezerstörender Bestrebungen seien einige Grundwerte der Demokratie zu ihrem Schutz zu suspendieren. Loewenstein fasst dies unter dem Schlagwort „militant democracy“ zusammen. Auch wenn das Grundgesetz feiner austariert sei, so würden das Parteienverbot und die anderen Instrumente der wehrhaften Demokratie klar in diese Richtung wirken.
In der Abwägung zwischen beiden theoretischen Polen sprach sich Merkel klar gegen ein Verbot extremistischer Parteien aus. Neben den normativen Argumenten Kelsens sprächen auch etliche praktische Argumente gegen ein Verbot der AfD – obwohl diese teilweise rassistisch sei und mit NS-Vokabular zündele.
Indes dürfe man die Demokratie auf keinen Fall ihren Feinden überlassen. Ein Mittelweg müsse zwischen der absoluten Prinzipientreue Kelsens und der Argumentation Loewensteins gefunden werden. Hierzu nannte Merkel insbesondere die folgenden Punkte: Regierungen und demokratische Parteien müssten effizienter und fairer entscheiden; extremistischen Parteien sollte die staatliche Finanzierung gestrichen werden (gemäß Art. 21 (3) Grundgesetz), eine Bürgerschaft republikanischen Zuschnitts sollte den Schutz der Verfassung sicherstellen und demokratische Bildung müsse möglichst viele Menschen erreichen.
Auf diese Weise könne die Resilienz der Demokratie gestärkt und das Zerbrechen der Demokratie in Deutschland effektiver als mit einem Parteienverbot verhindert werden.

Die Ringvorlesung Demokratie organisierte das Frank-Loeb-Institut der RPTU gemeinsam mit Campuskultur und der Offenen Digitalisierungsallianz Pfalz (RPTU Transfer).

👉 Wie funktioniert Bildung zur Demokratie?👉 Wie können Menschen die Fähigkeiten lernen, die für eine funktionierende Dem...
30/01/2026

👉 Wie funktioniert Bildung zur Demokratie?
👉 Wie können Menschen die Fähigkeiten lernen, die für eine funktionierende Demokratie essenziell sind?
👉 Und wie können Bildungseinrichtungen selbst Orte der Demokratie werden?
Über diese Fragen diskutierten wir in der vergangenen Woche im Rahmen unserer Ringvorlesung Demokratie.

Gefragt nach ihren Idealvorstellungen für eine demokratische Bildung berichteten unsere Podiumsgäste aus ihren Forschungsbereichen. Barbara Geist (Professorin für die Didaktik des Deutschunterrichts an der RPTU) betonte, dass Demokratiebildung nicht früh genug beginnen könne. Bereits in der Kita könnten erste Mitbestimmungsinstrumente den Kindern ein Gefühl für ihre eigene Stimme geben. In der Schule dann sei es wichtig, neben politischem Wissen demokratierelevante Fähigkeiten wie das Diskutieren und die Kompromissfindung einzuüben. Auch sollten immer wieder „Anlässe für kritische Sprachreflexion“ geschaffen werden, um jungen Menschen einen reflektierten Umgang mit Sprache beizubringen.

Mandy Schiefner-Rohs (Professorin für Pädagogik mit Schwerpunkt Schulpädagogik und Vize-Präsidentin für Lehre an der RPTU) beschrieb die ideale Universität als einen Ort gelebter Demokratie. Politische Bildung sei nicht nur in den Sozialwissenschaften relevant. Zudem seien selbstorganisierte Aktivitäten auf dem Campus und die universitäre Demokratie wichtige Elemente demokratischer Praxis. Darüber hinaus beschrieb sie Demokratiebildung als Thema aller Altersstufen. Neben den klassischen Bildungsinstitutionen würden beispielsweise Volkshochschulen, öffentliche Treffpunkte oder digitale Formate wichtige Arbeit leisten.

Hannes Saas (Juniorprofessor für Berufsbildung mit Schwerpunkt Digitale Transformation an der RPTU) berichtete, wie die berufliche Bildung demokratische Fähigkeiten vermitteln könne und müsse. Zwar komme Politikunterricht im engeren Sinne hier weniger vor. Dennoch könnten junge Menschen an der Berufsschule Demokratie anhand von realen Herausforderungen einüben. Dies reiche von der betrieblichen Mitbestimmung bis hin zur Gegenrede gegen rassistische oder extremistische Kommentare.

Einig waren sich alle drei Gesprächspartner*innen darin, dass Digital- und Medienkompetenzen eine enorm wichtige Rolle für eine funktionierende Demokratie spielen. Trotz schneller digitaler Innovationen seien die wichtigsten Fähigkeiten (etwa die kritische Überprüfung von Informationen) hier weitgehend gleichgeblieben. Bildungsinstitutionen seien nicht per se überfordert von schnellen technologischen Entwicklungen.
Hoffnungsvoll äußerten sich alle drei zudem zu den Erfolgschancen politischer Bildung. Wenn Mitbestimmung immer wieder praktisch eingeübt und lebenslanges Demokratielernen ernst genommen wird, könne extremistischen Bestrebungen erfolgreich begegnet werden.

Die Ringvorlesung Demokratie organisiert das Frank-Loeb-Institut der RPTU gemeinsam mit Campuskultur und der Offenen Digitalisierungsallianz Pfalz.

👉 Werden ältere Menschen in unserer Gesellschaft diskriminiert?👉 Oder haben sie im Gegenteil zu viel Einfluss; blockiere...
22/01/2026

👉 Werden ältere Menschen in unserer Gesellschaft diskriminiert?
👉 Oder haben sie im Gegenteil zu viel Einfluss; blockieren sogar notwendige Veränderungen?
👉 Wie steht es um die gesellschaftliche und politische Teilhabe älterer Menschen?
Über diese Fragen diskutierten wir zum Abschluss unserer Landauer Akademiegespräche 2025/26 und beleuchteten beide Seiten des paradoxen Nebeneinanders von Altersmacht und Altersdiskriminierung.

Dr. Julia Simonson, kommissarische Leiterin des Deutschen Zentrums für Altersfragen, zeichnete zunächst das Bild einer vielfältigen Aktivität und Teilhabe im Alter. Ältere Menschen seien in der Regel gut eingebunden durch Engagement, Familie und andere gesellschaftliche Aktivitäten. Einsamkeit komme zwar vor, sei aber nicht vorrangig ein Altersthema. Besonders wichtig sei es dabei allerdings, die Heterogenität der Menschen im Rentenalter zu betrachten. Vor allem habe soziale Ungleichheit Auswirkungen auf die Lebensqualität und Teilhabemöglichkeiten im Alter, schlussfolgerte Julia Simonson aus den Daten des Deutschen Alterssurvey. Daneben seien vor allem erkrankte Menschen von Altersdiskriminierung betroffen. Generell sei Altersdiskriminierung auf die Verbreitung von Stereotypen zurückzuführen – etwa wenn eine Fortbildung älteren Mitarbeitenden im Unternehmen nicht mehr zugetraut wird.

Dr. Regina Görner, Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.V. , betonte die hohe Engagement-Bereitschaft der Älteren. Problematisch sei es daher, wenn ältere Menschen vom Engagement ausgeschlossen würden, weil ihnen zu wenig zugetraut wird. Dies werde den Menschen mit all ihren Fähigkeiten nicht gerecht und laufe der gesellschaftlichen Entwicklung entgegen, in der vor allem Ältere Zeit und Lust zum Engagement hätten. „Das neue 35 ist die 70“, erklärte Görner, gerade auch in Hinblick auf den Vereinsnachwuchs gehe. Mehr gesellschaftliche Beachtung finden müsse zudem die Altersdiskriminierung als ein Mechanismus, in Arbeitswelt und Gesellschaft Konkurrenz kalt zu stellen. Ältere sollten es nicht hinnehmen, wenn sie rechtliche Hürden vorfinden (etwa aus Altersgründen keine Schöffen werden dürfen), vor digitale Hürden durch sich ständig wandelnde Apps gestellt werden oder Benachteiligungen z.B. bei der Kreditvergabe erfahren.

In der Diskussion mit dem Publikum betonten beide, wie wichtig der Abbau von Stereotypen und Vorurteilen gegen Ältere sei, um Altersdiskriminierung zu verhindern. Julia Simonson ergänzte unter anderem, dass Engagement stärker als Lern- und Begegenungsort ernst genommen werden müsse, um Generationen zusammenzubringen und Vorurteile abzubauen. Regina Görner brachte zudem ein möglichst umfassendes staatliches Rentensystem zur Verhinderung von Altersarmut ins Spiel, das weitestgehend auf private und kapitalgedeckte Elemente verzichtet.

Die Landauer Akademiegespräche sind eine Reihe des Frank-Loeb-Instituts, der evangelischen Akademie der Pfalz und der Stadt Landau.

Weiter fortgesetzt wird bereits heute unsere Ringvorlesung Demokratie: https://rptu.de/ringvorlesung-demokratie

Wie mächtig oder machtlos ist die junge Generation? Wie können junge Menschen stärker an politischen Entscheidungen bete...
20/01/2026

Wie mächtig oder machtlos ist die junge Generation? Wie können junge Menschen stärker an politischen Entscheidungen beteiligt werden – insbesondere dann, wenn es um Zukunftsthemen geht? Und wie viele junge Menschen wollen überhaupt selbst politisch aktiv werden?

Über diese Fragen diskutierten wir beim Landauer Akademiegespräche in der vergangenen Woche - bevor es in dieser Woche nun um Alterdiskriminierung geht (Details ganz unten).

Prof. Dr. Albert Scherr, Seniorprofessor für Soziologie an der Pädagogischen Hochschule Freiburg, setzte den wissenschaftlichen Rahmen des Abends. Die Datenlage zeige, dass die Jugendbeteiligung gut und insgesamt besser als noch vor einigen Jahren sei. Jedoch könnten die Parteien der Mitte hiervon kaum profitieren. Sie seien zu unattraktiv für junge Menschen. Auch Institutionen wie Jugendparlamente könnten nur eine bestimmte, sehr begrenzte Gruppe von Jugendlichen begeistern. Problematisch sei zudem, dass Jugendbeteiligung auf kommunaler Ebene zwar häufig funktioniere, auf Bundes- oder Europaebene aber kaum vorhanden sei. Dies sei frustrierend für junge Menschen, die in einer krisengeplagten Zeit wirklich etwas verändern wollten. Die zentrale Aufgabe von Parteien, politischen Bildner*innen, offener Jugendarbeit und anderen sei es daher, Jugendliche zu „ermutigen unter den Bedingungen realer Ernüchterung“, schlussfolgerte Prof. Scherr.

Lasse Rebbin, bis vor Kurzem stellvertretender Bundesvorsitzender der Jusos, berichtete aus seinen eigenen Erfahrungen aus 10 Jahren politischem Engagement. Den vielzitierten Vorwurf, Jugendliche wären nicht an politischem Engagement interessiert, wies er zurück. Dies gelte nur für die Parteien. In anderen Formen seien junge Menschen sehr wohl engagiert: oftmals digitaler, stärker anlassbezogen und flexibler, als dies früher der Fall gewesen sei. Beispielsweise hätte Fridays for Future viele junge Menschen politisiert und auch langfristig das ökologische Denken gestärkt. Die überalterten Strukturen und langsamen Prozesse der großen Parteien würden hingegen für ein großes Maß an Frustration gerade bei den Jungen sorgen. Als mögliche Lösungen skizzierte Rebbin eine verstärkte Bildungsarbeit der Parteien, offene innerparteiliche Diskussionen, die sich nicht nur am Regierungshandeln orientieren, verstärkte Bündnisarbeit und Strukturreformen. Zudem sei es wichtig, junge Menschen als politisch Handelnde ernst zu nehmen.

Einig waren sich beide Gäste in der von Prof. Dr. Manuela Glaab moderierten Diskussion darin, dass die Zukunftsprobleme in Deutschland längst nicht nur ein Problem der jungen Generation seien. Jüngere und Ältere müssten und wollten sie gemeinsam lösen. Viel relevanter als ein angeblicher Generationenkonflikt seien Verteilungskonflikte auf Grund sozialer Ungleichheiten.

Die Landauer Akademiegespräche sind eine Veranstaltungsreihe des Frank-Loeb-Instituts der RPTU, der evangelischen Akademie der Pfalz und der Landau.

Das letzte Gespräch der aktuellen Reihe „Wer gehört dazu?“ beschäftigt sich heute, am 20.1.2026 mit dem Problem der Altersdiskriminierung.

Demokratie lebt von Teilhabe – und Teilhabe braucht Wissen, Werte, Medienkompetenz und die Fähigkeit, sich eine eigene M...
16/01/2026

Demokratie lebt von Teilhabe – und Teilhabe braucht Wissen, Werte, Medienkompetenz und die Fähigkeit, sich eine eigene Meinung zu bilden. Bildungsinstitutionen spielen dabei eine zentrale Rolle: Von Schulen über Volkshochschulen bis zu Universitäten können sie selbst Orte gelebter Demokratie werden.

Wir diskutieren, wie Menschen aller Altersstufen demokratische Kompetenzen erwerben können und wie Bildung auf ein Leben in einer vielfältigen, digitalen Gesellschaft vorbereitet werden kann.

🎤 Podium:
· Dr. Hans-Ludwig Buchholz-Lübben – Frank-Loeb-Institut Landau
· Prof. Mandy Schiefner-Rohs – Schulpädagogik & Vize-Präsidentin Lehre, RPTU
· Prof. Dr. Barbara Geist – Didaktik Deutsch, RPTU
· Jun.-Prof. Hannes Saas – Berufsbildung & Digitale Transformation, RPTU

🕕 Wann: 18:00 – 20:00 Uhr
📍 Wo: Geb. 42/Raum 110, RPTU Campus Kaiserslautern

Sie sind herzlich eingeladen.

EINLADUNG ZUM LANDAUER AKADEMIEGESPRÄCH📍Dienstag, 20. Januar, 19:00, Altes Kaufhaus LandauZum alten Eisen? - Altersdiskr...
15/01/2026

EINLADUNG ZUM LANDAUER AKADEMIEGESPRÄCH

📍Dienstag, 20. Januar, 19:00, Altes Kaufhaus Landau

Zum alten Eisen? - Altersdiskriminierung in der alternden Gesellschaft

Rund ein Drittel der wahlberechtigten Deutschen sind im Rentenalter. Kaum eine Partei kann an dieser Zahl vorbeiregieren. Ältere Menschen sind engagiert, vernetzt und auf dem Arbeitsmarkt zunehmend begehrt. Demgegenüber stehen die Diskriminierungserfahrungen, die viele ältere Menschen im Alltag machen. Sie fühlen sich ausgegrenzt, wenn Tickets nur noch auf dem Smartphone verkauft werden, Gebäude nur über steile Treppen erreichbar sind und in den Medien hauptsächlich die Jungen repräsentiert werden.

Wie steht es um die gesellschaftliche und politische Teilhabe älterer Menschen? Werden die Alten zum Schaden unserer Gesellschaft diskriminiert? Oder haben sie im Gegenteil zu viel Einfluss und blockieren notwendige Veränderungen? Wer ist im Alter besonders von Ausgrenzung bedroht? Und wie kann es gelingen, Erfahrungen von Ohnmacht, Hilflosigkeit und Einsamkeit im Alter abzumildern oder zu verhindern?

Unsere Gäste sind: Dr. Julia Simonson, Leiterin des Deutschen Zentrums für Altersfragen & Dr. Regina Görner, Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen und ehemalige Sozialministerin des Saarlandes.

Der Eintritt ist kostenlos. Wir bitten um Anmeldung per Mail an veranstaltungen(at)eapfalz.de

Die Landauer Akademiegespräche sind eine Veranstaltungsreihe des Frank-Loeb-Instituts, der Evangelischen Akademie der Pfalz und der Stadt Landau.

Die Wahrheit liegt nicht nur in den Zahlen 📊🤔In einer evidenzbasierten Demokratie bestimmen Zahlen oft politische Entsch...
08/01/2026

Die Wahrheit liegt nicht nur in den Zahlen 📊🤔
In einer evidenzbasierten Demokratie bestimmen Zahlen oft politische Entscheidungen – aber Zahlen sind nie neutral. Sie entstehen in sozialen Prozessen und nur so können wir sie wirklich verstehen.

Prof. Dr. Katharina Zweig zeigt in ihrem Vortrag, wie knifflig es sein kann, Daten zu interpretieren und Entscheidungen daraus abzuleiten. Ein Beispiel aus den USA: Berechnungssysteme sollen terroristische Kuriere erkennen – doch fehlerhafte Zuordnungen können gravierende Folgen für unschuldige Menschen haben. In einer Welt, in der solche Entscheidungen zunehmend Maschinen überlassen werden, ist es entscheidend zu verstehen, wie Zahlen entstehen und interpretiert werden.

🎤 Vortrag & Diskussion mit:
Prof. Dr. Katharina Zweig – Algorithm Accountability Lab, RPTU Kaiserslautern, SPIEGEL-Bestsellerautorin

🕕 Wann: 18:00 – 20:00 Uhr
📍 Wo: Audimax (E1), Fortstraße 7, RPTU Campus Landau

Adresse

Kaufhausgasse 9
Landau
76829

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