04/03/2020
Danke!
März 2020: Ein Situationsbericht vom Eisenacher Burschenschaftsdenkmal
Fast auf den Tag genau 4 Monate nach dem verheerenden Anschlag auf der Göpelskuppe in der Nacht zum 29. Oktober 2019 mit bisher nicht gekannten Zerstörungsumfang sind die Wiederherstellungsmaßnahmen im Gang.
Die unmittelbar nach Bekanntwerden des Schadensausmaßes zahlreichen Solidaritätsbekundungen sowie die Hilfsangebote aus allen Teilen Deutschlands und Österreichs und direkt aus Eisenach zur Beseitigung der Schäden sind unerwartet. Einzelne Handwerker und Unternehmen bieten ihre sofortige und kostenfreie fachliche Unterstützung an und geben wertvolle technische Ratschläge für die schonende Entfernung der Bitumenverschmutzungen, besonders auf dem Deckengemälde. Mit dabei ist der Kunstmaler Gert Weber, der das ursprüngliche Deckengemälde von Professor Otto Gussmann 1991 restauriert hat, und der wieder tagelang wie seinerzeit auf dem Gerüst unterhalb der Decke arbeitend verbringt, sowie die Firma Richardt, welche die Pinkfarbe aus dem äußeren Muschelkalkstein des Denkmals rückstandslos entfernt.
Die Inschrift der Langemarck Gedächtnisstätte wird mit einem speziellen Trockeneisverfahren vom Teer befreit.
Möglich sind diese unverzüglich zwecks Schadenseingrenzung durchzuführenden Arbeiten nur dank der bis heute über 600 eingegangenen Einzelspenden, mit denen wir einen Großteil der Schäden und der zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen finanzieren können.
Besonders beigetragen hat dabei die spontane und großzügige Spende der Allgemeinen Deutschen Burschenschaft, ADB, sowie Spenden aus dem Kreis der Neuen Deutschen Burschenschaft, sowie verbandsfreier Burschenschaften, die damit bekunden, daß das Denkmal allen Burschenschaftern gehört.
Auch seitens nicht korporierter Sympathisanten und Angehöriger anderer Korporationsverbände kamen finanzielle Zuwendungen.
Und natürlich nicht zu vergessen unsere 1200 Vereinsmitglieder, die zusätzlich zu ihren Jahresbeiträgen Unterstützungsgelder bereitgestellt haben.
Am 21. Februar fand im Berghotel unterhalb des Denkmals eine Pressekonferenz statt, zu der besonders die Eisenacher Spender und Stadträte geladen waren.
Mit Ausnahme der Vertreter von SPD und FDP waren neben dem Eisenacher Bürgermeister alle im Stadtrat vertretenen Parteien dabei. Es wurde ein symbolischer Scheck in Höhe von 14 600 EURO aus dem Kreis der Eisenacher stellvertretend für alle Spender an uns übergeben und herzlich dafür gedankt.
Die Renovierungsarbeiten und zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen werden voraussichtlich im Mai abgeschlossen sein. Im Anschluß daran werden die ebenfalls stark beschädigte Inneneinrichtung sowie die Ausstellung neugestaltet.
Die den Originalen nachempfundenen Panoramascheiben sind zukünftig mit Panzerglas gesichert und die Kameras rund um das Denkmal einem lokalen
Sicherheitsdienst mit Verbindung zur örtlichen Polizei zugeschaltet. Akustische und
visuelle Alarmsysteme bei Annäherung werden aktiviert und das Denkmal und
Berghotel bekommen einen gemeinsamen Nachtportier.
Neben den Schäden hat der Anschlag glücklicher Weise auch einen positiven Effekt.
Das Denkmal ist über Eisenach und Thüringen hinaus in den Mittelpunkt allgemeinen
Interesses gerückt, wozu auch unsere Spendenaufrufe in verschiedenen Zeitungen,
auch übernational, beigetragen haben. Die Besucherzahlen haben sich erhöht,
zumal das Denkmal 7 Tage in der Woche geöffnet blieb, und der DEV hat neue
Mitglieder hinzugewinnen können.
Die Anzahl der öffentlichen Veranstaltungen am Denkmal über die beiden
Jazzsonntage im Juli und August und den Tag des offenen Denkmals im September
hinaus werden wir aufgrund zunehmender Nachfrage erhöhen.
Für das nächste Jahr ist eine weitere Restaurationsmöglichkeit neben dem Berghotel
geplant mit einer Übernachtungsmöglichkeit für durchreisende Burschenschafter.
Axel Zimmermann