11/04/2020
SAMSTAG
Ich bin alleine dieses Ostern. Alleine, wo sonst meine Familie um mich wäre, ich super viele Freunde Zuhause wiedersehen würde und ich in der Stille der Natur auftanken könnte. Nun sitze ich aber hier in Mannheim alleine in meiner Wohnung. Ich genieße das Wetter, ja, und sehe auch ab und zu Freunde. Aber ein normales 'Zuhause-bei-der-Familie-sein-Ostern' ist das nicht.
Meine Gefühle schwanken eigentlich ständig zwischen allen möglichen Extremen hin und her. Wo gerade noch Traurigkeit war, ist im nächsten Moment Freude und wo ich genervt über meine Gefühlsschwankungen war, bin ich im nächsten Moment direkt wieder voll am Gegenwart Gottes genießen. Es kommen immer wieder Gedanken hoch, die ich sonst einfach im Alltag ignorieren würde, weil ich so beschäftigt bin (daher rührt wahrscheinlich auch das ganze Gefühlschaos :D). Gerade jetzt, wo ich keine sozialen Kontakte um mich habe (und ich liiiiebe Menschen um mich herum eigentlich unglaublich sehr!), frage ich mich, was Ostern, was im Endeffekt mich ausmacht. Wer bin ich, wenn alles um mich herum fällt? Was bleibt übrig? Mit wem verbringe ich Zeit, wenn niemand da ist?
Und eine leise Stimme fragt mich: Bin ich dir genug, Katha? Reicht es dir, dass du im Moment nur mich hast?
Und in all dem inneren Trubel, kommt die tiefe Gewissheit in mein Herz, dass es wahr ist, dass Jesus genügt. Dass er der ist, der mich wirklich von Herzen liebt. Dass er der ist, der bleiben würde, selbst wenn ich die verachtendste Person auf Erden werden würde. Er wird mich nie verlassen. Er wird in jeder Situation zu mir stehen. Und all das erkenne ich, weil ich ihn dort am Kreuz hängen sehe. Ich sehe, wie tief seine Liebe ist, weil er all seine Göttlichkeit abgelegt hat. Ich sehe in seinen Augen, während er langsam stirbt, dass er das alles nur für mich getan hat. Und nie wird er das bereuen, sondern mich immer lieben.
Er ist mir genug und wird es immer sein.
Und das bedeutet dieses Ostern für mich.
- Katha