08/09/2026
Abschied von unserem Sennebogen
Er war gerade erst technisch restauriert worden und sollte schon bald wieder seinen Einsatz im Himmelmoor erleben und der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Der Sennebogen-Bagger, Baujahr 1983, war seit den 1990er-Jahren im Himmelmoor im Einsatz. Bis zum Ende des Torfabbaus im Jahr 2018 gehörte er zum täglichen Arbeitsgeschehen im Moor.
Doch auch nach dem Ende des Torfabbaus war seine Arbeit längst nicht beendet. In den vergangenen Jahren unterstützte uns der Bagger immer wieder bei der Renaturierung. Mit ihm wurden unter anderem Dämme gebaut und Gleisbauarbeiten durchgeführt. Zuletzt war er bei den Arbeiten für die derzeit im Entstehen befindliche Hackschnitzelheizung im Einsatz.
Im Jahr 2025 erlitt der Bagger einen schweren Schaden am Fahrantrieb. Die Suche nach einem geeigneten Ersatzteilspender dauerte rund 8 Monate.
Gemeinsam mit mehreren Fachfirmen und mit viel eigener Arbeit gelang es, den Bagger wieder instand zu setzen. Allein im Jahr 2025 investierte Franzi rund 35.000 Euro in die Restaurierung.
Nach vielen Monaten Arbeit war das Ziel endlich zum Greifen nah: Der Bagger war technisch wieder einsatzbereit und sollte schon bald seine ersten Aufgaben übernehmen.
Dann kam der 2. September 2026.
Nach einem Arbeitstag im Moor waren wir am Abend noch mit vier Torfbahnern auf dem Betriebshof. Wir saßen zusammen, klönten und zogen uns um.
Gegen 19:25 Uhr entdeckte eines unserer Mitglieder plötzlich, dass der Bagger in Flammen stand.
Die Feuerwehr Quickborn war sehr schnell mit rund 40 Einsatzkräften vor Ort. Durch ihren entschlossenen Einsatz konnte verhindert werden, dass die Flammen auf die umliegenden Gebäude und unser weiteres Inventar übergriffen.
Für unseren Bagger kam jedoch jede Hilfe zu spät. Er konnte nicht mehr gerettet werden und brannte vollständig aus.
Für uns Torfbahner war das ein schmerzhafter Moment. Mit dem Brand haben wir nicht einfach eine Maschine verloren. Wir haben ein Stück Geschichte des Himmelmoores verloren – eine Maschine, die über Jahrzehnte Teil der Arbeit, des Torfabbaus und später auch der Renaturierung gewesen ist.
Bereits am nächsten Tag wurden die notwendigen Maßnahmen zur Sicherung und Reinigung des Geländes eingeleitet. Der durch den Brand belastete Boden wurde ausgehoben und fachgerecht entsorgt. Nach Rücksprache mit unserer Versicherung wird der erforderliche Bodenaustausch durch unsere Versicherung übernommen.
Am 7. September 2026 wurde der ausgebrannte Bagger schließlich durch den Bergungsdienst Knaak vom Betriebshof abtransportiert. Er wird nun der fachgerechten Entsorgung zugeführt.
Zurück bleibt eine Lücke – auf unserem Betriebshof ebenso wie in unserer Geschichte.
Wir Torfbahner sind noch immer geschockt und traurig. Gleichzeitig sind wir unendlich froh und dankbar, dass bei diesem Brand kein Mensch zu Schaden gekommen ist. Auch dass durch den schnellen Einsatz der Feuerwehr ein Übergreifen auf weitere Fahrzeuge, unser Inventar und die benachbarten Gebäude verhindert werden konnte, bedeutet uns sehr viel.
Unser ganz besonderer Dank gilt der Feuerwehr Quickborn und ihren rund 40 Einsatzkräften.
Auch ein Danke an alle, die geholfen haben
Unser Dank gilt ebenso dem Fachdienst Umwelt des Kreises Pinneberg, der Eggers-Gruppe, dem Bergungsdienst Knaak und der Versicherung Fritz Rodatz GmbH für ihre Unterstützung bei den anschließenden Arbeiten.
Besonders gerührt hat uns auch der Spendenaufruf von Inga Feik sowie ihren Freunden und Kollegen. Mit eurer Initiative und der großen Beteiligung habt ihr uns gezeigt, wie viel Rückhalt unser ehrenamtliches Engagement hat.
Liebe Quickborner, liebe Unterstützer,
Wir können kaum in Worte fassen, was eure Unterstützung und eure Anteilnahme bei uns ausgelöst haben. In einem Moment, in dem wir einen Teil unserer Geschichte verloren haben, habt ihr uns gezeigt, dass die Geschichte der Torfbahn von viel mehr getragen wird als von Torf, Maschinen und Gleisen.
Sie wird von Menschen getragen. Von Menschen, die mit uns verbunden sind, die mitfiebern, helfen und uns auch in schweren Momenten zur Seite stehen.
Dafür sagen wir von Herzen:
Danke.