01/04/2026
Ein voller Hörsaal, spannende Perspektiven und ein Thema, das zum Nachdenken anregt: Beim Vortrag „Was Männer kosten“ begeisterte der Buchautor und Wirtschaftswissenschaftler Boris von Heesen rund 300 Teilnehmende an der TH Rosenheim – darunter etwa 60 Männer.
Auf Basis öffentlich zugänglicher Statistiken zeigte er eindrucksvoll, welche gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen traditionelle Rollenbilder haben können. So sind über 90 % der Straftäter und Gefängnisinsassen männlich. Auch bei Suchterkrankungen (Alkohol, Drogen, Glücksspiel) und Verkehrsunfällen sind Männer überproportional vertreten. Die daraus entstehenden Folgekosten beziffert von Heesen auf mindestens 63 Milliarden Euro jährlich.
Ein weiterer spannender Aspekt: Führungspositionen in Deutschland – etwa in Bürgermeisterämtern oder Vorständen – sind zu rund 90 % von Männern besetzt, während sich im Bereich Pflege und Gesundheit ein gegenteiliges Bild zeigt. Das prägt maßgeblich vorhandene traditionelle Strukturen.
Als zentrale Ursachen benennt von Heesen tradierte Rollenbilder wie „Stärke zeigen“ oder „Risikobereitschaft“ sowie strukturelle Rahmenbedingungen, die häufig unter dem Begriff Patriarchat zusammengefasst werden – und von denen nicht zuletzt auch Männer selbst betroffen sind.
Der Vortrag machte deutlich: Es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern um ein besseres Verständnis und konkrete Lösungsansätze. Mehr Vielfalt in Rollenbildern, ein bewusster Umgang mit gesellschaftlichen Erwartungen und strukturelle Veränderungen können dazu beitragen, langfristig positive Effekte für alle zu erzielen.
Vielen Dank für diesen inspirierenden und wichtigen Impuls!