12/07/2019
Im Sommersemester 2019 fanden im Rahmen der Veranstaltungsreihe Job-Talk wieder interessante Gespräche mit Vertreter/innen unterschiedlicher Disziplinen unserer Fakultät statt.
Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildete der Job-Talk mit der erfahrenen Schulsozialarbeiterin Sylvia Schiller-Gucic. Als Schulsozialarbeiterin steht sie an vorderster Front, wenn es in der Schule brennt. Ku**er und Sorgen ihrer Schützlinge nimmt sie ernst und setzt ihr ganzes diplomatisches Geschick ein, wenn es um die Lösung von Konflikten geht. Damit sie mit dieser Aufgabe nicht allein steht bildet sie zudem ein ganzes Team von Streitschlichter/innen aus, die sich im Laufe der dritten Klasse auf ihr zukünftiges verantwortungsvolles Amt vorbereiten. So erlernen die Schüler/innen Moderationsstrategien und Gesprächsregeln, die ein gewaltfreies lösen von Querelen und Zankereien der Kinder untereinander ermöglichen. Mit der Verantwortung und mit dem Erfolg steigt die soziale Kompetenz aller Schüler/innen und für die Lehrer/innen und auch weiteres pädagogisches Personal an der Schule stellen die Streitschlichter/innen eine echte Entlastung dar.
Die Schulsozialarbeiterin ist beratend in den schulischen Konferenzen anwesend und bildet die Schnittstelle zwischen Familie, Kind, Lehrkräften und auch dem Jugendamt. Damit steht sie vor der herausforderungsvollen Aufgabe sich den unterschiedlichsten Erwartungen und Ansprüchen zu stellen. Hier belastbar zu sein und stets auf positive Entwicklungen mit dem Blick auf das Wohl der Kinder zu pochen ist ganz zentral!
Dabei hat die Schulsozialarbeiterin auch Gestaltungsmacht hinsichtlich extracurricularer Angebote: die Eltern mit ins Boot zu holen gelingt am besten in informellen Kontexten wie in einem Elterncafé. „Manchmal bitten mich die Eltern hier, bei der Klassenlehrerin nachzufragen wie man ihrem Sohn B. in Mathe noch helfen kann oder zu erklären wie das bockige Verhalten von M. der letzten Tage zu Stande kommt.“ Über die Schulsozialarbeiterin begegnen sich Schule und Eltern auf Augenhöhe und kommunikative Hürden können überwunden werden.
In der Jungen-AG und in der Mädchen-AG richtet sich das Angebot ganz nach den Wünschen und Bedürfnissen der Teilnehmer/innen, so erfahren die Schüler/innen Gestaltungsmacht und können sich in Entscheidungsprozessen üben!
Flexibilität, Kreativität und diplomatisches Geschick sind die Zutaten für die erfolgreiche Ausübung des Berufs Schulsozialarbeiter. Diese fußt auf der Grundlage ganz fundamentaler fachtheoretischer Kenntnisse, die das professionelle Selbstverständnis prägen und die berufliche Praxis manchmal ganz beiläufig durchdringen.