12/10/2020
"Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Dolmetscherinnen und Dolmetscher,
In Zeiten von Corona haben sich die Welt und unser Alltag stark verändert. Auch die Gebärdensprachgemeinschaft ist
von Einschränkungen, Neuerungen und Widrigkeiten betroffen. Wir, die Praktikumsbeauftragten der akademischen
Ausbildungen für Gebärdensprachdolmetschen in Deutschland haben die Corona-Krise zum Anlass genommen,
unseren Austausch und unsere Kooperation zu intensivieren. Alle Hochschulen stehen vor großen Herausforderungen,
wenn es darum geht die Studierenden unter Corona-Bedingungen in die Praktikumsstellen zu vermitteln. Aus diesem
Grunde wenden wir uns als Netzwerk heute an Sie/Euch mit dem Aufruf zur Kooperation und Unterstützung.
Zur Situation:
Alle Studienordnungen unserer akademischen Ausbildungen sehen Praxisphasen für die Studierenden vor, die es
ermöglichen, theoretische Kenntnisse und praktische Fertigkeiten, die im Studium erworben wurden, in der Praxis zu
erleben, zu vertiefen, zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. Somit sind die Praxisphasen, die als Kultur-, Hospitations und Dolmetschpraktikum ausgestaltet sind, essentielle Ausbildungsteile, welche eine umfassende Ausbildung erst
möglich machen.
Durch die Corona-Pandemie hat sich der Berufsalltag von Gebärdensprachdolmetscher*innen enorm verändert. Neben
dem teils sehr stark eingeschränkten Auftragsvolumen gibt es auch Beschränkungen hinsichtlich der zugelassenen
Anzahl von Personen in geschlossenen Räumen. In vielen Fällen führt das dazu, dass potentielle
Praktikumsanleiter*innen derzeit verhalten oder ablehnend auf Praktikumsanfragen der Studierenden reagieren. In jedem
Einzelfall ist dies natürlich sehr gut nachvollziehbar und verständlich. Dennoch ist der Bedarf an Praktikumsstellen
ungebrochen hoch. Aus diesem Grund rufen wir als Netzwerk dazu auf, auf die bislang sehr guten
Kooperationserfahrungen mit den Gebärdensprachdolmetscher*innen bzw. Praktikumsanleiter*innen aufzubauen und
gemeinsam nach Lösungen für die aktuelle prekäre Situation zu suchen.
Was heißt das konkret?
Wenn es beispielsweise bislang häufig so war, dass ein*e Gebärdensprachdolmetscher*in alleine die
Praktikumsanleitung für eine*n Studierende*n übernommen hat, so könnte nun versucht werden die
Praktikumsanleitung auf mehrere Personen zu verteilen und damit mehr Ressourcen zu schaffen. Ferner ist es denkbar,
dass Studierende in Projekte eingebunden werden, in denen sie Praxiserfahrungen sammeln können etc.. Gefragt sind
hier also kreative Ideen und neue Lösungen. Das Netzwerk der Hochschulen steht dabei gerne beratend zur Verfügung.
Die Ansprechpartner jeder Hochschule sind unten aufgeführt und wir freuen uns über jeden Kontakt zu potentiellen
Praktikumsanleiter*innen. Mit diesem Angebot verbinden wir die Hoffnung, dass wir möglichst viele unserer
Studierenden auf dem Weg ins Berufsleben unterstützen können, indem wir Ihnen einen Praktikumsplatz vermitteln
können.
Wir verbinden diesen Aufruf auch mit einem Dank für die bisherige gute und kollegiale Zusammenarbeit mit Ihnen/Euch
und freuen uns auf ein Feedback.
Herzliche Grüße und die besten Wünsche für Ihre/Eure Gesundheit.
Simone Scholl: [email protected]
Anja Bergmann: [email protected]
Sandra Köchy: [email protected]
Katja Mann: [email protected]
Liona Paulus: [email protected]
Marco González: [email protected]
Svea Loy: [email protected]
ChrisIan Peters: [email protected]
Susann Müller: [email protected]
Tom Temming: [email protected] "